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Verbraucherschützer gehen auf Konfrontationskurs

30.07.2002 | 11:11 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Für den Fall, dass die Verbraucherschützer die Unterlassungserklärung nicht abgeben, soll die Talkline GmbH mit gerichtlichen Schritten und zusätzlich mit Schadensersatzansprüchen drohen. Das Unternehmen wolle zudem ab sofort alle Beschwerden von Kunden, die sich auf den Boykottaufruf der VZHH beziehen, gesondert bearbeiten. "Die durch (den) Boykottaufruf verursachten Mehrkosten für Bearbeitung, Inkasso und dgl. (würden) damit gerichtsverwertbar dokumentiert."

Dafür, dass sich Talkline durch den Boykottaufruf der Hamburger Verbraucherschützer ganz besonders auf den Schlips getreten fühlt, gibt es laut VZHH einen plausiblen Grund: Die Talkline ID GmbH sei "mit Abstand Spitzenreiter in der Reklamationsstatistik der Telekommunikationsberatung in der Verbraucher-Zentrale Hamburg und bei den uns vorgetragenen Beschwerden fast immer beteiligt, wenn es um die umstrittenen 'Dialer' geht". Talkline wird jedoch genauso wenig wie irgendein anderes Unternehmen in dem Boykottaufruf namentlich genannt, was den VZHH zu dem süffisanten Resümee veranlasst: "Dass die Talkline sich von unserem Aufruf angesprochen fühlt, spricht für sich."

Die hanseatischen Verbraucherschützer wollen nicht nachgeben und die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnen, wie sie auf ihrer Website erklären. Ihr kämpferisches Fazit: "Betrüger müssen nicht bezahlt werden. Auch dann nicht, wenn eine Telefongesellschaft zum Abkassieren vorgeschickt wird."

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