2465504

Verbot sexueller Nutzung von Emojis auf Facebook und Instagram

31.10.2019 | 08:45 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Facebook-User dürfen Emojis nicht mehr in sexuellen Anspielungen verwenden. Das gilt auch für Instagram.

Facebook hat für die Dienste Facebook und Instagram in diesem Sommer die sogenannten Gemeinschaftsstandards geändert. Wie erst kürzlich auffiel, enthält der aktualisierte Text nur neue Einschränkungen für die Verwendung von Emojis. Bei einem Verstoß gegen die neuen Regeln drohen nicht nur Löschungen der Beiträge der Nutzer, sondern auch vorübergehende oder gar dauerhafte Sperrungen der betreffenden Konten der Nutzer auf Facebook und Instagram.

Konkret verboten wird die Nutzung von Emojis oder die Kombination von Emojis in einem sexuellen Zusammenhang. Davon betroffen sind beispielsweise die Verwendung eines Emojis wie Aubergine oder Pfirsich, wenn der Nutzer oder die Nutzerin damit seine beziehungsweise ihre sexuelle Erregung äußern möchte oder in einem Beitrag erklären will, Lust auf Sex zu haben. Emojis dürfen auch nicht mehr verwendet werden, um beispielsweise den Penis eines nackten Mannes oder die Brustwarzen einer nackten Frau zu verdecken. Auch die Nutzung von Emojis oder ähnlichen Mitteln zur Darstellung von Sexstellungen oder des Geschlechtsakts sind untersagt.

Facebook betont in seinen Gemeinschaftsstandard unter Punkt 14 ("Sexuelle Kontaktaufnahme"), dass der Dienst von seinen Nutzern auch dafür verwendet werde, "um über Gewalt und Ausbeutung zu diskutieren und um andere für diese Themen zu sensibilisieren." Man wisse, wie wichtig dieser Austausch sei und lasse ihn auch zu. Grenzen werden aber dort gesetzt, wo es um Inhalte geht, die "sexuellen Kontakt zwischen Erwachsenen ermöglichen, unterstützen oder koordinieren."

Unter Kriterium 1 ("Angebot oder Anfrage") heißt es zu den Einschränkungen:

Inhalte, die implizit oder indirekt (in der Regel durch Nennung einer Kontaktmethode) Folgendes anbieten oder darum ansuchen:

  • Nacktbilder, oder

  • Sex oder Sexualpartner, oder

  • Sexchats oder ‑unterhaltungen

Unter Kriterium 2 ("Anzügliche Elemente") werden nun auch ausdrücklich Emojis erwähnt. So heißt es dort:

Inhalte, die ein(e) oben beschriebene(s) Angebot/Anfrage enthalten und dafür eines der folgenden sexuell anzüglichen Elemente verwenden:

  • Kontextspezifische und üblicherweise sexuelle Emojis oder Emoji-Strings, oder

  • regionale sexualisierte Umgangssprache, oder

  • Erwähnungen oder Darstellungen sexueller Handlungen (einschließlich von Hand gezeichneter, digitaler oder realer Kunst), wie sexuelle Rollen, Sexstellungen, Fetischszenarien, Erregungszustand, Geschlechtsakt oder sexuelle Handlungen (sexuelle Penetration oder Selbstbefriedigung), oder

  • Bilder realer Personen, bei denen die Nacktheit durch menschliche Körperteile, Objekte oder digitale Technik verdeckt ist, einschließlich Großaufnahmen vollständig nackter Hinterteile

Ein Inhalt müsse Kriterium 1 erfüllen und implizit oder indirekt eine sexuelle Kontaktaufnahme darstellen, um seitens Facebook als Verstoß gewertet zu werden. Erlaubt sei demnach beispielsweise ein von Hand gezeichnetes Bild, welches eine sexuelle Handlung darstellt, aber welches nicht zur "sexuellen Kontaktaufnahme" gedacht sei.

PC-WELT Marktplatz

2465504