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Ver.di will Amazon den Prime Day verderben – Amazon sieht keine Auswirkungen

12.07.2022 | 09:49 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Schnäppchenjagd zum Amazon Prime Day hat bereits begonnen. Doch Ver.di hat was dagegen. Update: Amazon sieht keine Auswirkungen auf die Zustellung der Pakete.

Update 12.7.: Stellungnahme von Amazon

"Es ist uns als Arbeitgeber wichtig, allen Amazon Kollegen attraktive Jobs mit guten Perspektiven zu bieten. Wir glauben fest an die Kombination aus fairem Lohn und attraktiven Zusatzleistungen in einer modernen, sicheren Arbeitsumgebung. Genauso wichtig für uns ist es, den Kollegen fortschrittliche Entwicklungs- und Weiterbildungsprogramme offenzulegen. Alle Mitarbeiter in der Logistik verdienen bei Amazon ab 12 Euro brutto aufwärts pro Stunde plus Extras. Nach 12 und 24 Monaten erhöht sich der Lohn automatisch. Nach 24 Monaten verdienen Amazon Mitarbeiter durchschnittlich rund 2.750 Euro brutto im Monat, inklusive beschränkter Mitarbeiteraktien und zusätzlicher Extras."

Amazon sehe keine Auswirkungen auf die Kunden durch die Streikaktion. Die Pakete kämen an.

Update Ende

Er kam so zuverlässig wie die nächste Covid-19-Welle: Der Streikaufruf der Gewerkschaft Ver.di zum Amazon Prime Day. Ver.di versucht mit solchen Streikmaßnahmen an den beliebten Schnäppchenjägertagen wie Prime Day oder Black Friday Amazon endlich dazu zu bewegen, die Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels für seine Mitarbeiter zu übernehmen.

Konkret hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di die Amazon-Beschäftigten an sieben Verteilzentren mit Beginn der Nachtschicht von Sonntag auf Montag (11. Juli 2022) zum Streik aufgerufen: in Graben bei Augsburg, Leipzig, Koblenz, Rheinberg, Werne und Bad Hersfeld (zwei Standorte). Auch an anderen Amazon-Standorten soll es Aktionen geben.

Anlass für den Ausstand sei der von Amazon veranstaltete "Prime Day". Ver.di fordert von Amazon die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie den Abschluss eines Tarifvertrages "Gute und gesunde Arbeit".

Amazon habe laut Ver.di zwar die Stundenlöhne in den vergangenen Jahren wiederholt erhöht und etwa die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro je Stunde vorweggenommen. Tatsächlich jedoch würden die Einkommen der Beschäftigten durch längere Arbeitszeiten und niedrige oder fehlende Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld oft um mehrere hundert Euro unter denen ihrer Kolleginnen und Kollegen in vergleichbaren tarifgebundenen Unternehmen liegen, wie Ver.di kritisiert.

Fast wie bei Dinner for One: The same procedure…

Diese Auseinandersetzung zwischen Ver.di und Amazon verläuft immer nach dem gleichen Schema: Amazon führt einen Shopping-Event durch und Ver.di ruft kurz davor zum Streik auf: Prime Day: Ver.di bestreikt Amazon-Versandzentren . Mitunter startet Ver.di auch zum Weihnachtsfest einen Streik. Ver.di zählt jedes Mal zur Begründung für die Streikmaßnahme die seiner Meinung nach bei Amazon herrschenden Probleme und Nachteile für die Mitarbeiter auf und Amazon widerspricht dem.

Das Problem für Ver.di ist aber: Die Streiks tun Amazon nie wirklich weh und können den Online-Versandgiganten bis heute nicht an den Verhandlungstisch zwingen. Ob sich das mit der jetzigen Streikaktion ändern wird, darf bezweifelt werden.

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