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Vater legt Internetzugang in mehreren Gemeinden lahm - wegen seiner Kinder!

18.02.2022 | 12:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein Vater wollte, dass seine Kinder nachts nicht surfen. Also unterbrach er deren Internetverbindung - und die aller Nachbarn gleich mit. Jetzt steht der Mann vor Gericht.

Ein Vater in der Gegend von Messanges, einer Gemeinde in Südwest-Frankreich, wollte seine Kinder daran hindern im Internet zu surfen. Also besorgte er sich einen Störsender (Jammer) und unterbrach damit die Mobilfunkverbindung seiner Kinder. Was der Mann aber nicht bedachte: der Jammer hat eine große Reichweite. Der Mann legte also die Mobilfunkverbindung seiner gesamten Nachbarschaft lahm: Die Nachbarn konnten weder mobil telefonieren, noch das Internet nutzen. Deshalb steht der Familienvater jetzt vor Gericht.

Der durch den Störsender verursachte Totalausfall der mobilen Telefonie und Internetnutzung dauerte mehrere Tage. Der Vater war sich der Reichweite seines Störsenders nicht bewusst und dachte, dass er damit nur seine Kinder von der Internetnutzung aussperren würde. Laut französischen Medienberichten waren die Bewohner von zwei Gemeinden mehrere Nächte lang von der mobilen Internetnutzung und Telefonie ausgesperrt. Der Mann hatte den Störsender im Internet gekauft. Zuvor hatte sich der Vater in Internetforen danach erkundigt, womit sich mobile Internetverbindungen am besten stören lassen würden.

So kamen die Behörden dem Vater auf die Spur

Zunächst bemerkte ein Mobilfunkanbieter, dass eine seiner Antennen in Messanges nachts nicht mehr funktionieren würde. Und zwar immer zwischen Mitternacht und 3 Uhr morgens. Also fuhr ein Techniker der ANFR, der nationalen Frequenzbehörde, nach Messanges los. Mit einem voll ausgestatteten Laborfahrzeug mit einem Funkpeiler auf dem Dach. Mit diesem Funkpeiler lassen sich Störsender ermitteln. Der Techniker war auch zu Fuß unterwegs und hat dann einen tragbaren Empfänger dabei. Der Experte identifizierte schließlich recht schnell ein Haus, von dem die Störungen auszugehen schienen. Die ANFR beschreibt den Vorgang hier ausführlich.

Der Mann, der in diesem Haus wohnt, wurde daraufhin befragt. Er gab sofort zu, dass er einen Multiband-Störsender benutzte, der sowohl Mobiltelefone als auch WLAN ausschalten kann. Er erklärte, dass er das Gerät gekauft habe, um seine Kinder nachts vom Internet fernzuhalten und zu verhindern, dass sie soziale Netzwerke besuchen, nach denen sie süchtig waren. Gerade durch den Lockdown aufgrund der Covid-19-Pandemie hielten sich die Kinder besonders viel zu Hause auf und surften nur noch im Internet und besonders in den sozialen Netzwerken. Jede Nacht aktivierte der Mann deshalb den Störsender und dachte, er würde die Telekommunikation nur in seinem Haus unterbrechen.

Diese Strafen drohen

Störsender sind in Frankreich genauso wie auch in Deutschland streng verboten. In Frankreich drohen bis zu sechs Monate Gefängnis und eine Geldstrafe von 30.000 Euro! Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen den Vater ein und dieser muss sich nun vor Gericht verantworten. Zudem muss der Mann 450 Euro für den Einsatz des Technikers bezahlen. Den Jammer beschlagnahmten die Behörden.

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