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Valenti zu Besuch bei Kazaa

26.05.2003 | 13:19 Uhr | Markus Pilzweger

PC-World: Nun, wenn Sie eine Software kaufen, kaufen Sie dann nicht auch eine Lizenz, sie zu benutzen? Sie sind ermächtigt, eine Sicherungskopie zu erstellen.

Valenti: Ich möchte mich nicht mit Software auseinandersetzen - das ist nicht mein Gebiet.

Wenn es erlaubt wäre, eine einzelne Sicherheitskopie einer DVD zu erstellen, würde plötzlich jemand zwei anfertigen und eine einem Freund geben. Als nächstes werden die Leute den Film online tauschen. Als ich letzten Montag Kazaa aufrief, waren zur selben Zeit 4.280.000 Anwender mit mir online.

PC-World: Was macht Jack Valenti bei Kazaa?

Valenti: Ich besuche Kazaa wöchentlich, um zu sehen, was passiert. Und, nebenbei gesagt, sie tauschten 850 Millionen Dateien. Eine Menge davon war Pornographie, ein wenig Musik und wiederum ein großer Teil waren Filme.

PC-World: Sie haben in einigen Ihrer Kommentare gemutmaßt, dass die Computer-Industrie auf Kosten von Hollywood profitiert, indem sie Computer verkaufen, die digitale Medien rippen, brennen und kopieren. Sind Sie der Ansicht, dass die Profite der Filmstudios wichtiger sind als die Profite der Computer-Industrie?

Valenti: Ich vermute überhaupt nichts. Ich sage nur, dass es heute eine gewaltige Diebstahl-Lawine gibt. Analysten schätzen, dass jeden Tag zwischen 400.000 und 600.000 Filme illegal hoch- und heruntergeladen werden.

Die Leute werden sagen: "Nun, ihr Hollywood-Leute jammert immer. Warum ändert ihr nicht euer Business-Modell?". Nun, meine Antwort darauf ist: Es gibt kein Business-Modell, dass es mit kostenlosen Angeboten aufnehmen kann. Es geht nicht.

Wenn ich einen "Pizza Hut" betreibe und Pizzen für 1,50 Dollar verkaufe und jemand eröffnet einen "Pizza Hut" neben mir und verschenkt seine Ware, raten Sie mal, wer das Geschäft machen wird?

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