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VW nutzt Microsoft-Plattform für automatisiertes Fahren

11.02.2021 | 12:48 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Volkswagen arbeitet eng mit Microsoft bei der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen und automatisiert fahrenden Fahrzeugen zusammen.

Volkswagen will über sein konzerneigenes Softwareunternehmen „Car.Software Organisation“ zusammen mit Microsoft eine Cloud-basierte Automated Driving Platform (ADP) aufbauen. Diese nutze die Microsoft Azure Cloud- und Datendienste. Mit der ADP auf Basis von Azure will die Car.Software Organisation Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen im Pkw für die Marken des Volkswagen-Konzerns entwickeln. Volkswagen und Microsoft arbeiten bereits seit 2018 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft gemeinsam an der Volkswagen Automotive Cloud (VW.AC), die künftig alle digitalen Dienste und Mobilitätsangebote von Volkswagen umfassen soll.

Die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen und automatisiert fahrende Fahrzeuge erfordere enorme Rechenleistungen, wie VW erläutert. Jeden Tag müssten Petabytes an Daten über Straßen- und Wetterbedingungen, Hinderniserkennung und Fahrverhalten für das Training, die Simulation und die Validierung der automatisierten Funktionen verarbeitet werden. Die ADP soll hierbei die Entwicklerarbeit vereinfachen, „indem sie das Lernen aus gefahrenen Kilometern über eine zentrale Datenbank ermöglicht“. Laut Microsoft fließen Verkehrsdaten von Fahrzeugen des Konzerns ebenso ein wie Simulationsdaten.

Die Cloud-, Daten- und Machine-Learning-Dienste von Microsoft Azure sowie Microsofts Know-how für agile Softwareentwicklung sollen die Basis für den Aufbau einer zentralen Entwicklungsumgebung für die weltweiten Entwicklungsteams der Car.Software Organisation bilden. Mithilfe der ADP will VW die Entwicklungszyklen von Monaten auf Wochen verkürzen. Beide Unternehmen wollen zudem Technologiepartnern ermöglichen, Werkzeuge und Dienste zu entwickeln, die in die Plattform integriert werden können, um so die Entwicklung assistierter und automatisierter Fahrfunktionen weiter zu verbessern.

Bis 2025 will Volkswagen rund 27 Milliarden Euro in die Digitalisierung investieren und den Eigenanteil an der Softwareentwicklung im Auto von heute zehn Prozent auf dann 60 Prozent erhöhen. Die 2020 gegründete Car.Software Organisation spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Sie bündelt die Softwarekompetenz des Konzerns und erweitert sie kontinuierlich, dazu zählt auch die Entwicklung von leistungsstarken Fahr- und Parkfunktionen für die Pkw-Modelle der Konzernmarken.

Die ersten mit der VW.AC vernetzten Testflotten sollen 2021 auf die Straße kommen, der Serienanlauf ist für 2022 geplant.

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