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VW ID.R fährt Rundenrekord für E-Autos auf Nürburgring

04.06.2019 | 09:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Der VW ID.R hat einen neuen Rekord für Elektro-Rennwagen auf dem Nürburgring aufgestellt. In 6:05,336 Minuten umrundete der ID.R die 20,8 Kilometer lange Nürburgring-Nordschleife. Videos zeigen die Rekordfahrt und erklären die Ladetechnik!

Update 4.6.2019: Der VW ID.R hat einen neuen Rekord für Elektro-Rennwagen auf dem Nürburgring aufgestellt. In 6:05,336 Minuten umrundete der ID.R die 20,8 Kilometer lange Nürburgring-Nordschleife – schneller als jedes Elektrofahrzeug zuvor, wie VW stolz betont. Fahrer Romain Dumas (F) verbesserte damit den bisherigen Rekord von Peter Dumbreck (GB, NIO EP9) aus dem Jahr 2017 um 40,564 Sekunden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei der Rekordfahrt betrug 204,96 Stundenkilometer. Hier können Sie das Video zur Rekordfahrt sehen. Update Ende

VW ID. R: So lädt und kühlt der Elektro-Supersportwagen seine Batterien (Meldung vom 31.5.2019)

Mit dem rein elektrisch betriebenen Supersportwagen ID.R versucht Volkswagen seit einiger Zeit die Erinnerung an Dieselskandal und Defeat Device vergessen zu machen. Der ID.R fuhr beim Bergrennen am Pikes Peak einen All-Time-Streckenrekord und beim Festival of Speed in Goodwood stellt er eine neue Bestmarke zumindest für Elektro-Rennwagen auf.

Jetzt hat VW das Ladesystem des ID.R in einem Video vorgestellt. Gerade bei einem Rennwagen müssen die Konstrukteure auf eine effiziente Ladung der Batteriezellen ohne Überhitzung des Systems achten. Die Batterie des ID.R soll eine besonders hohe Leistungsdichte aufweisen und anders als bei Serien-Elektro-Autos nicht auf maximale Reichweite ausgelegt sind, sondern für eine möglichst hohe Leistungsabgabe optimiert sein. Die Lithium-Ionen-Batterie besteht aus acht Modulen mit jeweils 56 Zellen, aufgeteilt in zwei Blöcke neben dem Fahrer und hinter dem Monocoque.

So umfließt die Luft die Lithium-Ionen-Akkus des ID.R.
Vergrößern So umfließt die Luft die Lithium-Ionen-Akkus des ID.R.
© VW

Im Heck befindet sich auch die Ladebuchse zum Aufladen der Lithium-Ionen-Batterien mit 90 kW per abschirmten Hochvoltkabel (bis 1000 Volt). In 20 bis 30 Minuten soll der Elektrorennwagen wieder aufgeladen sein und die Batterien können dann die beiden Elektromotoren des ID.R mit zusammen 500 KW (680 PS) Leistung wieder mit Strom versorgen. Die optimale Temperatur für die Batterien liegt bei 30 Grad; die Batterien werden während der Fahrt durch eine Klimaanlage mit Luft gekühlt. Auf eine Flüssigkühlung hat Volkswagen aus Gewichtsgründen verzichtet. Während des Schnellladevorgangs wird der ID.R. zudem an eine Kühlanlage angeschlossen.

Die Anordnung der beiden Elektromotoren.
Vergrößern Die Anordnung der beiden Elektromotoren.
© VW

Nach Pikes Peak (24. Juni 2018: Absoluter Streckenrekord von 7:57,148 Minuten) und Goodwood (14./15. Juli 2018: Streckenrekord für Elektro-Autos mit 43,86 Sekunden) steht der Nürburgring als nächste Herausforderung für den ID.R an: Dort soll der Elektrosupersportwagen einen Rundenrekord für Elektro-Fahrzeuge auf der 20,8 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife aufstellen (mehr dazu siehe weiter unten). Dazu muss Fahrer Romain Dumas (Frankreich) auf der knapp drei Kilometer langen Geraden „Döttinger Höhe“ am Ende der Nordschleife die volle Systemleistung von 500 kW (680 PS) zur Verfügung stehen. Durch die Rekuperation beim starken Abbremsen erzeugt der Rennwagen während der Fahrt rund zehn Prozent der benötigten Energie selbst.

Stromfluss.
Vergrößern Stromfluss.
© VW

Zwischen dem Bergrennen am Pikes Peak und dem geplanten Rundenrekord am Nürburgring-Nordschleife gibt es einen grundsätzlichen Unterschied. "Die Phasen mit hoher Leistungsabgabe und damit die größte Belastung für die Batterien waren am Pikes Peak Abschnitte mit starker Steigung“, sagt Marc-Christian Bertram, Leiter Elektrik und Elektronik bei Volkswagen Motorsport. „Auf der Nordschleife sind es lange Geraden, auf denen bis zu eine Minute lang die volle Leistung abgerufen wird.“ Auf der Nordschleife werden mehr als 185 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit erwartet.

Die beim ID.R gewonnen Erkenntnisse sollen dann in die konventionellen ID.-Fahrzeuge für Endverbraucher einfließen – beispielsweise die Abschirmtechnik für die elektromagnetische Strahlung des Hochvolsystems. Deren erstes Modell kann man seit einigen Wochen vorbestellen: Den ID.3. Umgekehrt fließen die Erfahrungen, die VW mit den künftigen Serienfahrzeugen der ID.-Familie macht, in die Entwicklung des Rennwagens zurück.

VW ID.3: Mittlerweile 15.000 Vorbestellungen

VW ID. R: Vorbereitungen auf Rundenrekord auf Nürburgring-Nordschleife (Meldung vom 29.4.2019)

Nach Pikes Peak und dem Festival of Speed in Goodwood soll der rein elektrisch angetriebene Rennwagen ID. R einen neuen Rekord ins Visier nehmen: Den Rundenrekord für Elektro-Fahrzeuge auf der Nürburgring-Nordschleife.

Wie Volkswagen jetzt mitgeteilt hat, hat Romain Dumas im Elektro-Rennwagen ID. R (500 kW/680 PS) die ersten Testrunden auf der Nordschleife des Nürburgring gefahren – hier ein Video der Fahrt. Auf dem 20,832 Kilometer langen Kurs absolvierte der Franzose ein umfangreiches Testprogramm und fuhr dabei zwei Chassis des ID. R abwechselnd, um die zur Verfügung stehende Zeit optimal zu nutzen. Volkswagen Motorsport bereitet sich mit diesen Testfahrten darauf vor mit dem Elektro-Rennwagen auf der Traditionsstrecke in der Eifel einen neuen Rundenrekord für Elektro-Fahrzeuge aufzustellen.

Auf Basis von Computer-Simulationen im Vorfeld hatte Volkswagen vor den ersten Fahrten das Fahrwerk des ID. R auf diese Rennstrecke abgestimmt. Das Energie-Management würde bereits sehr gut arbeiten, wie VW erklärt. Dadurch konnte VW die vorgesehenen Punkte im Testprogramm planmäßig abarbeiten und auch unterschiedliche Rennreifen seinen Partners Bridgestone miteinander vergleichen.

Pilot Romain Dumas beschreibt die Rennstrecke folgendermaßen: „Die Kurvengeschwindigkeiten sind im ID. R viel höher, als ich es aus GT-Sportwagen gewohnt bin… Die Nürburgring-Nordschleife hat mehr und größere Bodenwellen als die Rennstrecken, auf denen wir bisher getestet haben. Wir haben uns deswegen darauf konzentriert, die Einstellungen von Stoßdämpfern und Bodenfreiheit an die einzigartige Streckencharakteristik anzupassen.“

Mit den Daten vom ersten Test auf der Nürburgring-Nordschleife arbeiten die Ingenieure von Volkswagen Motorsport weiter an der Feinabstimmung des ID. R, bevor der Elektro-Rennwagen das nächste Mal auf dieser Rennstrecke antritt. Der Rekordversuch des VW ID. R ist dann für den Sommer 2019 geplant.

Und wozu der ganze Aufwand?

Der Elektro-Rennwagen ID. R ist sozusagen der Markenbotschafter für die künftigen vollelektrischen Serienfahrzeuge der Volkswagen ID.-Produktfamilie, auf die VW-Konzernchef Herbert Diess große Hoffnungen setzt. Mit seiner Elektro-Auto-Offensive will Diess nicht nur den Diesel-Abgasskandal vergessen machen, sondern den bisher ganz auf klassische Verbrennungsmotoren ausgerichteten VW-Konzern fit machen für die automobile Zukunft und zudem die CO2-Flottenzielvorgaben der EU erfüllen.

Deshalb schickte VW den ID. R bereits auf die Rennstrecke am Pikes Peak in den Rocky Mountains. Romain Dumas hat bei diesem Bergrennen einen All-Time-Streckenrekord aufgestellt. Einige Wochen später war Dumas mit dem ID. R beim Festival of Speed in Goodwood unterwegs – PC-WELT war live dabei. Auch in Goodwood legte der E-Sportler eine Rekordfahrt hin – allerdings nur in der Kategorie Elektro-Sportwagen. Denn die absolute Bestmarke hält dort nach wie vor ein klassischer Verbrenner.

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