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VESA stellt Displayport 2.0 vor - mit 8K-Unterstützung

27.06.2019 | 11:50 Uhr | Panagiotis Kolokythas

VESA hat den neuen Standard für Displayport 2.0 vorgestellt. Die Performance wird verdreifacht und es gibt 8K-Support.

Die Video Electronics Standards Association (VESA) hat den neuen Audio- und Video-Standard Displayport 2.0 offiziell vorgestellt. Im Vergleich zum im März 2016 vorgestellten Displayport 1.4a bietet Displayport 2.0 eine dreimal schnellere Peformance und es werden Auflösungen von bis zu 8K unterstützt. Hinzu kommt der Support für 4K VR-Auflösungen. Erste Geräte mit Displayport-2.0-Unterstützung sollen Ende 2020 auf den Markt kommen.

Displayport 2.0 kann über den herkömmlichen Stecker oder USB-Typ C genutzt werden. Außerdem ist der neue Standard vollkommen rückwärtskompatibel zu Displayport 1.4a. "Die erhöhte Bandbreite von DP 2.0 über USB-C ermöglicht simultan schnelleren USB-Datentransfer, ohne die Display-Performance zu beeinträchtigen", heißt es in einer Mitteilung der VESA.

Die Vorgängerversion von Displayport,1.4a ermöglichte maximal 32,4 Gbps mit jeder der vier zur Verfügung stehenden Lanes zu je 8,1 Gbps. Der maximale Payload lag bei 25,92 Gbps. Mit Displayport 2.0 verdreifacht sich der maximale Payload auf 77,37 Gbps. Die Erhöhung wird dadurch erreicht, dass die Übertragungsrate der vier Lanes auf je etwa 20 Gbps erhöht wird.

Damit werden auch Auflösungen bis hin zu 8K (7.680 x 4.320 Pixeln) mit einer Bildwiederholungsrate von 60 Hz bei voller 4:4:4 Farbauflösung inklusive 30 Bit pro Pixel (bpp) HDR-10 möglich.

Displayport 2.0: Vorteile im Vergleich zu HDMI

Displayport 2.0 ist damit deutlich leistungsfähiger als HDMI 2.1, welches nur eine Übertagungsrate von 48 Gbps bietet. Andererseits ist HDMI ist erster Linie für Unterhaltungsgeräte konzipiert, also etwa Fernseher und Video-Projektoren. Displayport ist dagegen ein Display-Interface, welches primär für den Einsatz bei Computern gedacht ist und zahlreiche Vorteile im Vergleich zu HDMI bietet. Dennoch konkurrieren beide Standards im Computer-Bereich.

Die hohe Performance von DP 2.0 ist sowohl über herkömmliche DP-Verbindungen als auch über USB-C möglich. USB-C bietet den Vorteil, dass auch eine Übertragung von Daten, Videodaten und Strom über eine einzige Verbindung möglich ist. Dadurch können Nutzer gleichzeitig ihr Endgerät laden, Superspeed-USB-Daten nutzen und super-hochauflösende Videos schauen.

Beispiele für Konfigurationen von Displayport 2.0

Ein-Monitor-Lösungen:

  • Ein 16K (15360x8460)-Display @60Hz und 30 bpp 4:4:4 HDR (mit DSC)

  • Ein 10K (10240x4320)-Display @60Hz und 24 bpp 4:4:4 (keine Komprimierung)

Zwei-Monitor-Lösungen:

  • Zwei 8K (7680x4320)-Displays @120Hz und 30 bpp 4:4:4 HDR (mit DSC)

  • Zwei 4K (3840x2160)-Displays @144Hz und 24 bpp 4:4:4 (keine Komprimierung)

Drei-Monitor-Lösungen:

  • Drei 10K (10240x4320)-Displays @60Hz und 30 bpp 4:4:4 HDR (mit DSC)

  • Drei 4K (3840x2160)-Displays @90Hz und 30 bpp 4:4:4 HDR (keine Komprimierung)

Bei der Nutzung von zwei Lanes der USB-C-Verbindung über DP Alt Mode, um simultane Übertragung von Superspeed-USB, Daten und Video zu gewährleisten, bietet DP 2.0 folgende Konfigurationen:

  • Drei 4K (3840x2160)-Displays @144Hz und 30 bpp 4:4:4 HDR (mit DSC)

  • Zwei 4Kx4K (4096x4096)-Displays (für AR/VR Headsets) @120Hz und 30 bpp 4:4:4 HDR (mit DSC)

  • Drei QHD (2560x1440)-Displays @120Hz und 24 bpp 4:4:4 (keine Komprimierung)

  • Ein 8K (7680x4320)-Display @30Hz und 30 bpp 4:4:4 HDR (keine Komprimierung)

DP 2.0 unterstützt außerdem VESAs neue ‘Panel Replay’-Fähigkeit, die den Energieverbrauch und die Thermale Performance sowohl bei kleinen als auch bei großen Displays optimiert. Ähnlich zur ‘Panel Self Refresh’ beim Embedded Displayport (eDP), bietet ‘Panel Replay’ auch eine Funktion für partielles Update, das dem System-Video-Prozessor erlaubt, nur den Teil des Bildes zu erneuern, der seit dem vorherigen Frame geändert wurde. Auch dadurch könne signifikant Energie gespart werden, heißt es. Zu den weiteren Vorteilen gehöre, dass die Geräte schneller geladen werden können, während sie genutzt werden.

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