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Ursache 1-3: Haben Sie eine lange (DSL-)Leitung?

24.03.2009 | 12:53 Uhr | Benjamin Schischka,

Große Entfernungen sind Gift für DSL.
Vergrößern Große Entfernungen sind Gift für DSL.
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Ursache 1: Lange Leitung

Je größer die Entfernung zwischen Ihrer Wohnung und der Vermittlungsstelle ist, desto schwächer ist das Signal, das bei Ihnen ankommt. Der Energieabfall wird als Dämpfung bezeichnet, ihre Stärke in Dezibel (dB) angegeben. Während die Dämpfung auf den ersten ein bis zwei Kilometern nicht viel ausmacht, nimmt die DSL-Bandbreite, abhängig von der Leitungsdicke, spätestens ab dem zweiten Kilometer immer stärker ab. Nach 10 bis 12 Kilometern ist dann selbst unter Idealbedingungen Schluss und gar kein DSL mehr möglich. Solch lange Leitungen kommen aber nur in entlegenen Landstrichen zum Einsatz.

Ursache 2: Dämpfung

Jeder Netzbetreiber legt selbst fest, welches Tempo er bei welcher Dämpfung zulässt. Während bei der Telekom bei 18 dB die Grenze für einen Anschluss mit 6016 Kbit/s erreicht ist, schalten einige Wettbewerber wie Arcor diesen bis 34 dB. Grund für die Unterschiede sind erstens unterschiedliche DSL-Modems in den Vermittlungsstellen, genannt DSLAMS, und zweites andere Sicherheitspuffer. Auch die Übertragungstechnik (ADSL oder ADSL2+) spielt eine Rolle (siehe Ursache 3). In solch einem Fall lohnt es sich zu prüfen, ob ein anderer Provider Ihnen eine höhere Geschwindigkeit anbietet – und wenn ja, gegebenenfalls zu wechseln.

Ursache 3: Leitungsstandard

Der inzwischen schon etwas in die Jahre gekommene ADSL-Standard lässt Bandbreiten von theoretisch 10 MBit/s zu, wobei in Deutschland in der Praxis maximal 6 MBit/s erreicht und angeboten werden. Das weiterentwickelte ADSL2+ nutzt zusätzliche Frequenzbereiche und verbesserte Verfahren zur Signalverarbeitung. Daher sind hier höhere Datenraten von theoretisch bis zu 25 MBit/s möglich – in Deutschland werden maximal 16 MBit/s angeboten. ADSL2+-Anschlüsse erkennen Sie an der Angabe „bis zu 16.000 KBit/s“ in der Leistungsbeschreibung Ihres Zugangs. Manche Provider lassen auch (künstlich gebremste) langsamere Anschluss-Varianten über die ADSL2+-Technik laufen. ADSL2+ ist in vielen Orten verfügbar – aber nicht flächendeckend. Es kann also durchaus sein, dass nicht eine lange Leitung schuld daran ist, dass Sie keine 16.000er-Bandbreite bekommen können, sondern veraltete Technik in der jeweiligen Vermittlungsstelle.

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