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Upskirting & Gafferfotos: Harte Strafen drohen ab Herbst

03.07.2020 | 10:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Wer einer Frau unter den Rock fotografiert oder einen Unfalltoten filmt, muss künftig mit harten Strafen rechnen.

Mal eben einer vorbei gehenden Frau unter den Rock oder in den Ausschnitt fotografieren oder Menschen filmen, die tot aus einem Autowrack geborgen werden - Smartphones mit ihren leistungsfähigen Kameras machen derartige Geschmacklosigkeiten problemlos möglich. Doch bald werden solche Taten härter bestraft: Der Bundestag hat beschlossen, dass „Upskirting“ und das Filmen Unfalltoter künftig eine Straftat ist.

Wie die Tagesschau berichtet, sieht ein neues Gesetz zur "Verbesserung des Persönlichkeitsschutzes bei Bildaufnahmen" eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren für Upskirting und das Fotografieren oder Filmen Unfalltoter vor. Das hat der Bundestag jetzt beschlossen. Das neue Gesetz tritt voraussichtlich im Herbst 2020 in Kraft.

Wer bisher mit seinem Handy einer fremden Person unter deren Rock knipste, beging nach der derzeit geltenden Rechtslage nur eine Ordnungswidrigkeit. Als Strafe droht bisher für Upskirting also nur ein kleine Geldbuße - von einer eventuellen Ohrfeige einmal abgesehen. Da das bisher Täter nicht abhielt, entschloss sich der Bundestag zu einer Verschärfung der Rechtslage.

Neben dem Upskirting sind aber vor allem Gafferfotos und -filme von Unfallopfern ein stetes Ärgernis. In der Vergangenheit behinderten fotografierende Gaffer sogar Rettungskräfte bei deren Arbeit. Das neue Gesetz erklärt das Fotografieren oder Filmen von toten Unfallopfern ebenfalls zur Straftat. Bisher war es nicht verboten, Menschen zu fotografieren, die bei einem Unfall gestorben sind.

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