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Unterwasserroboter: Lebensretter für Schwimmbäder und Badeseen

08.03.2021 | 15:15 Uhr | Jérémie Kaiser

In Deutschland mangelt es an Bademeistern. Ein Unterwasserroboter soll in Zukunft Abhilfe schaffen.

In ganz Deutschland mangelt es an Bademeistern. Auch der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) fehlt es an Nachwuchs bei den Rettungsschwimmern. Ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Ilmenau möchte in Zusammenarbeit mit dem Wasserrettungsdienst Halle e.V. nun Abhilfe schaffen. Ein nach eigenen Angaben weltweit einzigartiges autonomes Unterwasserfahrzeug soll in Zukunft Menschenleben retten.

Kameras orten Menschen in Gefahr

Der Unterwasserroboter, der an einer Dockingstation im Wasserbecken auf seinen Einsatz wartet, erhält durch Überwachungskameras an der Decke des Schwimmbads alle wichtigen Informationen. Ist eine Person in Not, löst sich der Roboter von der Dockingstation, schwimmt zu den erhaltenen Koordinaten und bringt die Person zurück an die Oberfläche. Eine ausgeklügelte Vorrichtung verhindert das Herunterrutschen von Körpern beim Auftauchen des Roboters. Gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi.

Erste Tests erfolgreich

Innerhalb von fünf Minuten müssen Personen reanimiert werden, um dauerhafte Schäden zu vermeiden. In einem Badesee bei Halle schaffte dies ein für die Umgebung umgebauter Unterwasserroboter bei einem Test mit einem Dummy in zwei Minuten. Dieser wog 80 kg und war in 3 Metern Tiefe hinabgelassen. Mithilfe von Schallwellen konnte der Roboter den Dummy orten und retten. Mangels Decke sollen an Badeseen dann Drohnen und Zeppeline die Aufgabe der Überwachungskameras übernehmen.

2019 sind nach Angaben der DLRG ca. 420 Menschen ertrunken, die meisten davon in Binnengewässern.

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