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Unitymedia: Drohender Stellenabbau in Deutschland

11.10.2019 | 16:29 Uhr | Denise Bergert

Nach der Übernahme von Unitymedia will Vodafone 135 Millionen Euro einsparen – auch mit Entlassungen.

Vodafone hat den Kölner Netzbetreiber Unitymedia übernommen und will damit zum Breitband-Konkurrenten für die Deutsche Telekom aufsteigen. Wie Vodafone gegenüber dem Handelsblatt bestätigte , will der Konzern nun rund 135 Millionen Euro einsparen. Für die genaue Umsetzung dieser Einsparpläne haben am gestrigen Donnerstag Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung begonnen. Neben den mehr als 16.000 Vodafone-Mitarbeitern in Deutschland, bangen dabei auch die etwa 2.700 Unitymedia-Beschäftigten um ihren Job.

Um Ausgaben zu senken, will Vodafone unter anderem weniger externe Dienstleister einsetzen und Abgänge nicht nachbesetzen. Durch die Verlagerung von externen Dienstleistungen auf feste Arbeitsplätze bei Vodafone sollen in den nächsten zwei Jahren rund 400 neue freie Stellen entstehen, heißt es in der Vodafone-Stellungnahme, die dem Handelsblatt vorliegt. Vodafone will im Zuge der Sparmaßnahmen jedoch auch Mitarbeiter entlassen. Dabei soll es sich unter anderem um Doppelfunktionen und redundante Führungsstrukturen handeln. Wie viele Unitymedia-Mitarbeiter in den Vodafone-Konzern übernommen werden sollen, ist nicht bekannt.

Laut Einschätzung von Torsten Gerpott, Professor für Telekommunikationswirtschaft an der Uni Duisburg-Essen, könnten rund ein Drittel der Unitmedia-Stellen wegfallen. Als Gründe für die geplanten Einsparungen nennt Vodafone 1&1 Drillisch als neuen Mitbewerber sowie die Kosten für die Ersteigerung der 5G-Frequenzen.

Vodafone will beim Stellenabbau eigenen Angaben zufolge auf „sozialverträgliche Lösungen“ setzen, dazu zählen etwa Altersteilzeit, Weiterbildungen und Vorruhestandsprogramme. Auch Partner-Agenturen, die zu einem Großteil für den Betrieb der Vodafone- und Unitymedia-Shops deutschlandweit verantwortlich sind, könnten die Einsparungsmaßnahmen treffen. Hier könnten laut Gerpott etwa Vertriebsprovisionen gekürzt werden.

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