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Unfälle: E-Scooter-Fahrer stürzen meist auf den Kopf

04.03.2021 | 16:16 Uhr | Denise Bergert

Eine aktuelle Unfallstudie zeigt, dass E-Scooter-Fahrer einen Helm tragen sollten, um sich bei Unfällen zu schützen.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat in einer retrospektiven Studie die Unfallmechanismen und Verletzungsmuster bei E-Scooter-Fahrern analysiert und mit denen von Fahrradfahrern verglichen. Dafür wertete das Klinikum Unfälle mit E-Scootern und Fahrrädern im Zeitraum von Juni 2019 bis Juni 2020 aus. Die Forscher interessierte dabei besonders Demografie, Unfallmechanismus, Diagnostik, Verletzungsmuster, Notfallversorgung sowie Operationen und stationäre Aufenthalte.

Im Studienzeitraum verunglückten demnach 89 E-Scooter-Fahrer, mit einem Durchschnittsalter von 33,9 Jahren. Die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern war in den zwölf Monaten mit 435 mehr als viermal so hoch. Das Durchschnittsalter war mit 42,5 Jahren ebenfalls höher. Die Zahlen zeigen, dass sich E-Scooter-Unfälle im Vergleich zu Unfällen mit Fahrrädern meistens nachts und an Wochenenden ereigneten. 28 Prozent der E-Scooter-Unfallopfer standen dabei unter Alkoholeinfluss. Bei den Fahrrad-Unfällen hatten nur sechs Prozent Alkohol konsumiert.

Auch das Verletzungsmuster unterscheidet sich von dem der Fahrradfahrer. E-Scooter-Fahrer erlitten besonders häufig Kopf- und Gesichtsverletzungen. Verletzungen an den Armen kamen ebenfalls häufiger vor als Verletzungen der Beine. Die Forscher des Universitätsklinikums raten in Hinblick auf die Studienergebnisse allen E-Scooter-Fahrern dringen, einen Helm zu tragen und nicht unter Alkoholeinfluss zu fahren. Eine Helmpflicht für E-Scooter-Fahrer besteht derzeit nicht in Deutschland. Den Forschern zufolge könnte sich die Bereitstellung von Helmen im Rahmen des Verleihkonzepts schwierig gestalten.

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