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USA setzt Kaspersky auf schwarze Liste

28.03.2022 | 15:34 Uhr | Denise Bergert

Die FCC hat das russische Unternehmen Kaspersky als nationale Sicherheitsbedrohung für die USA eingestuft.

Die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) hat das Cybersecurity-Unternehmen Kaspersky Lab auf die Liste mit Firmen gesetzt, die ein „inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit der USA“ darstellen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg . In Deutschland hatte das BSI vor der Nutzung von Kaspersky-Software gewarnt und der Hersteller wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe.

Schwarze Liste mit chinesischen Unternehmen

Auf der schwarzen Liste der FCC sind in den vergangenen Monaten und Jahren hauptsächlich chinesische Unternehmen wie ZTE und Huawei gelandet. Am Freitag gesellten sich auch China Mobile International USA und China Telecom hinzu. Kaspersky ist die erste russische Firma, die die FCC ins Visier nimmt. Unternehmen in den USA ist es untersagt, Produkte und Dienstleistungen der auf der schwarzen Liste aufgeführten Firmen mit Bundeszuschüssen aus dem Universaldienstfonds der FCC zu kaufen.

Offiziell sieht sich Kaspersky übrigens nicht als "russische Firma". Auf der eigenen Website betont das in Russland gegründete Unternehmen, dass es ein "internationales Unternehmen" mit Hauptsitz in Großbritannien sei.

„Die Aufnahme dieser Unternehmen sowie von Kaspersky Labs wird dazu beitragen, unsere Netzwerke vor Bedrohungen durch chinesische und russische staatlich unterstützte Unternehmen zu schützen, die versuchen, Spionage zu betreiben und Amerikas Interessen anderweitig zu schaden,“ erklärt die FCC-Vorsitzende Jessica Rosenworcel.

Kaspersky zeigt sich enttäuscht

Kaspersky sieht sich zu Unrecht bestraft und stuft die Entscheidung als politisch motiviert ein. „Diese Entscheidung basiert nicht auf einer technischen Bewertung der Kaspersky-Produkte - für die sich das Unternehmen ständig einsetzt -, sondern wird aus politischen Gründen getroffen,“ heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens. Kaspersky sei weiterhin bereit mit Regierungsbehörden zusammenzuarbeiten, um die Bedenken der FCC und der US-Regierung auszuräumen.

Trump verbietet Kaspersky-Software bei Bundesbehörden

Vor fünf Jahren wurde der russische Geheimdienst beschuldigt, die Antivirensoftware von Kaspersky genutzt zu haben, um geheime Dokumente der NSA (National Security Agency) zu stehlen. Kaspersky bestritt diese Anschuldigungen damals sowie heute. 2017 verabschiedete der damalige US-Präsident Donald Trump ein Gesetz , das Bundesbehörden die Nutzung von Kaspersky-Produkten untersagt.

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