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US-Vorwurf: Huawei nutzt Backdoors in Mobilfunknetzen

12.02.2020 | 11:02 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die US-Regierung hat ihre Vorwürfe gegen Huawei erneuert. Die belastenden Beweise wurden auch an Deutschland geliefert.

In Deutschland soll demnächst entschieden werden, ob Huawei an der Errichtung des 5G-Netzes beteiligt wird. Hohe US-Regierungsvertreter haben ihre Warnung vor einer Beteiligung von Huawei erneuert. Wie die Zeitung The Wall Street Journal berichtet , wirft die US-Regierung dem chinesischen Unternehmen Huawei vor, über Backdoors einen Zugriff auf alle Mobilfunknetze weltweit zu besitzen, bei denen das Unternehmen an der Errichtung beteiligt war. Die Beweise habe die USA den Regierungen in Großbritannien und Deutschland Ende vergangenen Jahres übermittelt. Berichte darüber gab es bereits vor einigen Tagen:

Bericht: Beweise für Huaweis Zusammenarbeit mit Chinas Geheimdienst

Laut dem Wall Street Journal soll die USA bereits im Jahr 2009 darauf aufmerksam geworden sein, dass Huawei sich einen Zugriff auf das von ihr errichtete 4G-Netzwerk verschafft habe. So soll Huawei auf die eigentlich für Strafverfolgungsbehörden gedachten Backdoors im Netzwerk ebenfalls Zugriff besitzen. Diese Backdoors sollen in den Geräten stecken, die von Huawei für Mobilfunknetzwerke geliefert werden.

Die CNN-Reporterin Kylie Atwood zitiert in einem Tweet den nationalen Sicherheitsberater des Präsidenten, Robert O´Brien. Dieser behauptet, dass chinesische Unternehmen 5G-Ausrüstung zu einem "verführerischen" Preis anbieten. Dieses Angebot habe dann aber tatsächlich einen hohen Preis, denn dadurch würden sich "die Chinesen" einen Zugriff auf die Netze verschaffen. "Wir haben Beweise dafür, dass Huawei in der Lage ist, heimlich auf sensible und persönliche Informationen in Systemen zuzugreifen, die es weltweit unterhält und verkauft", erklärte O´Brien.

Huawei hat immer wieder alle Vorwürfe dementiert. Außerdem wehrt sich das Unternehmen immer wieder gegen Behauptungen, laut denen das Unternehmen eine enge Beziehung zur chinesischen Regierung pflege.

Die US-Regierung hat in letzter Zeit immer wieder seine internationalen Partner vor einer Beteiligung von Huawei an der Errichtung von Mobilfunknetzen gewarnt. Zuletzt soll es Medienberichten zufolge einen Krach in den Beziehungen zwischen den USA und Großbritannien gegeben haben, nachdem die britische Regierung unter Boris Johnson angekündigt hatte, Huawei am 5G-Ausbau in Großbritannien beteiligen zu wollen, trotz der von den USA vorgelegten Beweise gegen Huawei. In einem Telefongespräch soll US-Präsident Donald Trump vor einigen Tagen deshalb den britischen Premierminister angeschrien haben. Von offizieller britischer Seite wurde nur bestätigt, dass es sich um ein "sehr schwieriges" Gespräch gehandelt haben soll. Die US-Regierung äußerte dagegen, dass sie "sehr enttäuscht" von der Entscheidung der britischen Regierung gewesen sei.

 

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