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Wie bei R2-D2: Unbemannter Kampf-Flieger hilft Pilot

23.05.2019 | 11:24 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die US-Luftwaffe treibt die Entwicklung einer Kampfdrohne voran, die ohne Pilot fliegt und feindliche Ziele mit Bomben bekämpfen kann. Das Ganze ist Teil eines Piloten-Unterstützungsprogramms, das an R2-D2 aus Star Wars erinnert.

Update 23.5.: Die US-Luftwaffe treibt die Entwicklung einer autonomen Kampfdrohne in Form eines ohne Piloten fliegenden Kampf-Flugzeugs weiter voran, wie The Verge berichtet. Diese als XQ58-A Valkyrie bezeichnete und von einem Strahltriebwerk angetriebene unbemannte Riesendrohne soll als „Wingman“ einem Kampf-Flugzeug folgen, in dem ein Pilot sitzt. Die XQ58-A Valkyrie (2500 US-Meilen Reichweite) soll genauso wie der konventionelle Kampfjet feindliche Ziele bekämpfen und notfalls das gegnerische Feuer auf sich ziehen und so den Piloten in dessen Kampfjet wie einer F-35 von Lockheed Martin oder einer F-15EX von Boeing schützen. Die XQ58-A Valkyrie kann dem bemannten Kampf-Flieger auch vorausfliegen und Aufklärung betreiben.

Derzeit verhandelt die US-Luftwaffe mit den Herstellern Boeing und Lockheed Martin darüber, wie man XQ58-A Valkyrie in das Konzept der vorhandenen Kampf-Flieger integrieren könne. Bei dem ohnehin anstehenden Upgrade für die F-35 könne man die Steuerung der XQ58-A Valkyrie gleich mit integrieren, so ein US-Verantwortlicher. Das Gleiche gilt für die anstehende Überarbeitung der F-15 zur F-15EX. Bis aber eine XQ58-A Valkyrie tatsächlich als autonomer Wingman eine bemannte F-35 oder F-15EX begleitet, wird noch viel Zeit vergehen. Denn zunächst einmal müssen ja F-35 und F-15 überarbeitet werden. Die XQ58-A Valkyrie wiederum hat gerade einmal einen der geplanten fünf Testflüge absolviert (siehe den ursprünglichen Bericht unten).

Valkyrie ist übrigens Teil des KI-Erprobungsprogramms Skyborg. Damit testet die US-Luftwaffe Techniken, die einem Kampfpiloten als On-board-Assistenten helfen können . Das erinnert etwas an R2-D2 in den Star-Wars-Filmen. Der kleine Roboter flog ja bekanntlich auch in dem X-Wing-Jäger der Rebellen als Assistent von Luke Skywalker mit. Update Ende

Die US-Luftwaffe hat einen Kampfdrohne getestet, die ohne Pilot fliegt und als „Wingman“ einem anderen, allerdings bemannten, Kampf-Jet folgt. Dieser Prototyp eines autonomen unbemannten Kampfflugzeugs hört auf die Bezeichnung XQ-58A Valkyrie Demonstrator. Der erfolgreiche Jungfernflug dieses unbemannten Drohnen-Düsen-Jets erfolgte am 5. März 2019 von dem Luftwaffentestgelände Yuma Proving Grounds im US-Bundesstaat Arizona aus. Der Erstflug dauerte 76 Minuten; er verlief laut US-Luftwaffe wie erwartet.

Dank Stealth-Technologie soll XQ-58A Valkyrie für feindliches Radar fast unsichtbar sein. Die seit 2,5 Jahren entwickelte XQ-58A Valkyrie ist 9 Meter lang, hat eine Flügelspannweite von 6,7 Meter und kann bis zu 652 Meilen pro Stunde (rund 1049 km) fliegen und bis zu 3941 km zurücklegen sowie bis zu 13.715 Meter hoch steigen.

Die XQ-58A Valkyrie kann Bomben tragen und entweder wie ein konventionelles Flugzeug von einer Landebahn starten oder aber auf einer Rakete gestartet werden. Insgesamt sind derzeit fünf Testflüge geplant, mit denen unter anderem die Flugleistungen, das Landen und Starten sowie die Funktionsfähigkeit des Systems erprobt werden sollen.

Die XQ-58A gehört zur Kategorie der UAV (Unmanned Aerial Vehicle). Anders als die bisherigen US-Kampf-Drohnen Reaper oder Predator wird die XQ-58A aber nicht von Propellern angetrieben, sondern von einem Strahltriebwerk. Und anders als die genannten Kampfdrohnen wird die XQ-58A nicht von einer weit entfernten Bodenstation am Boden ferngesteuert, sondern sie wird während des Flugs von einem mitfliegenden Kampfflugzeug kontrolliert, das ganz konventionell ein Pilot steuert. Deshalb wird die XQ-58A Valkyrie auch als Wingman bezeichnet. Als Wingman (Fügelmann) bezeichnet man ein Kampfflugzeug, das seitlich und leicht nach hinten versetzt neben dem führenden Flugzeug fliegt. Die Rolle als Wingman wurde bei diesem ersten Testflug aber noch nicht erprobt, der Drohnen-Flieger war also allein in der Luft unterwegs.

Bei der Entwicklung der XQ-58A Valkyrie arbeitet das US Air Force Research Laboratory mit dem Unternehmen Kratos Unmanned Aerial Systems zusammen. Ziel ist es mit XQ-58A Valkyrie eine vergleichsweise bezahlbare und trotzdem leistungsfähige Plattform für Kampf- und Aufklärungsdrohnen zu entwickeln. In der finalen Form soll der Pilot des mitfliegenden bemannten Kampfflugzeugs das Drohnen-Flugzeug oder sogar einen ganzen Drohnenschwarm steuern.

Im tatsächlichen Kampfeinsatz könnte so ein Drohnen-Kampfflugzeug verschiedene Aufgaben übernehmen: Zusätzlich zum Pilot-gesteuerten Kampfflieger feindliche Ziele bekämpfen, voraus fliegen und Feindaufklärung betreiben oder sogar feindliches Feuer auf sich ziehen um das Flugzeug mit dem Piloten darin zu schützen. Derzeit unterliegt das alles natürlich der Einschränkung, dass ein konventionelles Kampfflugzeug schneller fliegen kann - der Prototyp schafft noch keine Überschallgeschwindigkeit. Als vollwertiger Wingman müsste der Drohnenflieger also noch schneller werden.

Auf zwei bis drei Millionen Dollar werden die Kosten für ein solches autonomes Kampfflugzeug in der finalen Version geschätzt, wie The Verge schreibt. Das ist spottbillig im Vergleich zu konventionellen bemannten Kampfflugzeugen.

Das Video zeigt den Jungfernflug der Walküre.

Boeing entwickelt ein konkurrierendes System. Dieses kann ebenso wie die Valkyrie von einem begleitenden Kampfflieger kontrolliert werden, oder aber von einer Bodenstation gelenkt werden.

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