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US-Luftwaffe entwickelt autonome Rettungs-Drohne

17.05.2019 | 13:05 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die US-Luftwaffe entwickelt eine autonom fliegende Drohne, die abgeschossene Piloten aus Feindesland retten soll. Oder aber Special Forces hinter feindlichen Linien absetzen soll.

Bisher starten konventionell von Piloten gesteuerte Hubschrauber zur Rettung von US-Piloten, die es nicht zurück zur Basis geschafft haben und über Feindesland oder im Niemandsland notlanden mussten oder abgestürzt sind. Doch dieses Jahrzehnte alte Rettungsverfahren hat einen gravierenden Nachteil: Die Rettungsteams riskieren dabei ihr Leben, denn sie können bei dem Flug hinter die feindlichen Linien selbst abgeschossen werden. Genau das wollen die USA mit selbstfliegenden Rettungsdrohnen künftig vermeiden, wie The Verge berichtet.

Im Air Force Research Laboratory AFRL wird an solch einer autonomen Rettungsdrohne für den Militäreinsatz geforscht, wie eine Ausschreibung des Verteidigungsministeriums belegt. Die Drohne wird unter der Bezeichnung „Personnel Recovery / Transport Vehicle“ entwickelt. Sie soll möglichst klein sein, aber trotzdem mindestens zwei Menschen transportieren können, von denen einer auch auf einer Trage liegen kann. Die maximale Tragekapazität soll bei vier Personen zuzüglich 700 Kilogramm Ausrüstung liegen.

Die Rettungsdrohne soll eine Mindestreichweite von 160 Kilometer haben und bis zu 185 km/h schnell fliegen können. Sie muss selbst auf einer kleinen Fläche, die nicht eigenes präpariert ist, autonom landen und starten können. Im Idealfall soll die Drohne auch Wasserrettungen ermöglichen. Wichtig: Die Drohne soll sehr leise arbeiten, besonders bei Landung und Start. Logisch: Denn der Feind hört bekanntlich mit. Außerdem soll sich die Rettungsdrohne optimalerweise per Fallschirm von Flugzeugen aus absetzen lassen. Konkrete Vorgaben zum Aussehen oder zum Antriebskonzept macht die US-Luftwaffe bei der Ausschreibung nicht. Wichtig ist nur: Ein Pilot soll nicht an Bord sein.

Die Drohne soll möglichst günstig sein, so dass man sie im Verlustfall nicht unbedingt retten muss, sondern ihren Verlust verschmerzen kann. Die Drohne soll ferngesteuert funktionieren – wie die bekannten Kampfdrohnen Predator und Reaper. Oder autonom vom Ort der Rettung starten, sobald die an Bord genommene Person einen einzigen Schalter drückt.

Ein anderer denkbarer Einsatzzweck für diese autonome Drohne für militärische Zwecke: Damit könnten Specialeinsatzkräfte (Special Forces) ins Einsatzgebiet gelangen und wieder von dort zurückfliegen.

Eine derartige Militärdrohne könnte aus den verschiedenen Projekten zur Entwicklung von zivilen Lufttaxis/Flugtaxis hervorgehen. Derartige Projekte gibt es von Airbus , Boeing, Velocopter oder Lilium .

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