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US-Armee testet Hunde mit AR-Brillen für Kampfeinsatz

12.10.2020 | 15:36 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die US-Armee testet den militärischen Einsatz von Hunden, die AR-Brillen tragen. Die Hundeführer können den Hunden auf der Brille Befehle einblenden und sehen durch eine Kamera in der Brille im Echtzeitstream das Gleiche, was auch der Hund sieht.

Die US-Armee entwickelt Augmented-Reality-Brille (AR-Brillen) für Hunde! Über die AR-Brillen sollen die Hunde Anweisungen erhalten, wie die IT-Nachrichtenseite The Verge berichtet .

Die AR-Brille für Hunde befindet sich derzeit in der Erprobung durch die US-Armee. Sollten die Experimente erfolgreich verlaufen, so könnte das den Einsatz von Hunden in der Armee grundlegend ändern. Denn viele Armeen setzen Hunde schon seit langer Zeit ein: Zum Aufspüren von Sprengsätzen, als Begleitung für Patrouillen oder auch als Meldehunde, die auf dem Schlachtfeld Nachrichten überbringen.

Bisher geben die soldatischen Hundeführer ihren vierbeinigen Kollegen ihre Anweisungen per Handsignal oder zeigen diesen die Ziele mit einem Laserpointer an. Das erfordert jedoch, dass sich der Hundeführer nahe bei seinem Hund befindet. Die Einsatzmöglichkeiten des Hundes schränkt das erheblich ein.

Trägt der Hund jedoch eine AR-Brille, kann der Hundeführer seinem Hund aus sicherer Entfernung Hinweise auf der Brille einblenden. Der Hunde kann sich also weit von seinem Führer entfernen und Einsätze absolvieren, ohne dass der Hundeführer in unmittelbarer Nähe sein muss. Die AR dient bei der Brille also zum Einblenden von Befehlen und Hinweisen. In der Brille ist ein Head-Up-Display integriert, das die Kommandos für den Hund anzeigt. Die AR-Hunde-Brille überträgt zudem das Echtzeitbild, das der Hund sieht, zum Empfangsgerät des Soldaten. Der Soldat sieht also das Gleiche, was auch sein Hund sieht.

Die derzeitigen Prototypen der AR-Hunde-Brillen entwickelt Command Sight, ein Privatunternehmen aus Seattle. Das Projekt leitet das Army Research Laboratory. Die derzeitigen Prototypen sind noch verkabelt, die finalen Versionen dagegen sollen ihre Daten kabellos übertragen. Bis diese Wireless-AR-Hundebrille aber reif für die Serienfertigung ist, dürften noch zwei Jahre vergehen.

Die AR-Hunde-Brillen wurden aus bereits erprobten Hundeschutzbrillen wie der „Rex Specs“ entwickelt. Jede dieser Brillen kann an den Hund individuell angepasst werden.


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