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Twitter sperrt Trump-Konto dauerhaft

09.01.2021 | 00:51 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Twitter hat das Konto des US-Präsidenten Trump dauerhaft und unwiderruflich gesperrt. Die Begründung.

Update, 9.1., 00:30 Uhr: Vor wenigen Minuten hat Twitter die Notbremse gezogen und das Twitter-Konto @realdonaldtrump gesperrt - dieses Mal dauerhaft. Beim Aufruf der Seite erhalten Nutzer - und die über 88 Millionen Follower des Kontos - nunmehr nur noch den Hinweis "Account gesperrt".

In einem Blog-Beitrag kurz nach Mitternacht in der Nacht zum Samstag (deutscher Zeit) mit:

"Nach eingehender Prüfung der jüngsten Tweets des Kontos @realDonaldTrump und des Kontexts um sie herum - insbesondere, wie sie auf und außerhalb von Twitter aufgenommen und interpretiert werden - haben wir das Konto aufgrund des Risikos einer weiteren Aufstachelung zur Gewalt dauerhaft gesperrt. "

Twitter zählt in den Blog-Beitrag mehrere Beispiele von Tweets des US-Präsidenten auf, die zuletzt auch dafür gesorgt hatten, dass seine Anhänger am 6. Januar 2021 das US-Kapitol angegriffen hatten.

Bereits vorher hatte Facebook die Konten von Trump im sozialen Netzwerk und auf Instagram mindestens bis zum 20. Januar 2021 gesperrt. Also bis zu dem Tag, an dem Trump als US-Präsident abtritt.

Ursprüngliche Meldung vom 8.1.2021: US-Präsident Donald Trump darf sein Twitter-Konto wieder nutzen. Auf Facebook und Instagram bleiben die Konten von Trump aber vorerst gesperrt. Aber der Reihe nach.

Twitter gibt Trump-Konto frei

Nach dem Kapitol-Sturm durch Trump-Anhänger am Mittwochabend (deutscher Zeit) hatte Twitter das Konto von Trump @realDonaldTrump gesperrt und die Löschung dreier Tweets gefordert, die aus Sicht von Twitter zur Gewalt aufgefordert hatten. Dieser Aufforderung kam Trump nach. Nach Ablauf weiterer 12 Stunden gab Twitter dem US-Präsidenten wieder den Zugriff auf sein Konto. Allerdings droht Twitter dem US-Präsidenten auch mit einer permanenten Sperrung, sollte er erneut gegen die Twitter-Richtlinien verstoßen.

Seinen ersten Tweet nach der Sperre nutzte Trump für die Veröffentlichung eines Videos, welches bereits über 31,5 Millionen Mal angeschaut wurde. In diesem etwa 2:40 Minuten kurzen Video verurteilt Trump die Stürmung des US-Kapitols. Die Angreifer repräsentieren nicht das Land und alle, die gegen das Recht verstoßen haben, werden zur Rechenschaft gezogen.

Er gibt aber auch Aussagen, die auf Kritik stoßen. So erklärt Trump, er habe die Nationalgarde und Sicherheitsbehörden sofort mobilisiert, um das Gebäude von den Angreifern räumen zu lassen. Dieses "sofort" deckt sich aber nicht mit den tatsächlichen Ereignissen, denn das Gebäude wurde erst nach längerer Zeit schließlich geräumt.

Auffällig ist, dass Trump seine Vorwürfe wegen angeblicher Wahlmanipulation nicht wiederholt. Er erklärt lediglich, alle rechtlich möglichen Schritte ergriffen zu habe, die Ergebnisse anzufechten und fordert erneut eine grundlegende Reformierung des US-Wahlsystems. Abschließend verspricht der US-Präsident für eine "glatte, ordnungsgemäße und reibungslose" Amtsübergabe an seinen Nachfolger Joe Biden sorgen zu wollen.

Facebook-Chef Zuckerberg begründet permanente Sperre

Auf Facebook und Instagram bleiben die Konten von Trump dagegen "permanent und mindestens bis zum Ende seiner Präsidentschaft" gesperrt. Das teilt Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Facebook-Beitrag mit. "Wir glauben, dass die Risiken, die mit der weiteren Nutzung unseres Dienstes durch Präsident Trump verbunden sind, einfach zu groß sind", heißt es seitens Zuckerberg.

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