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Twitter schafft Master, Slave, Blacklist & Whitelist ab

06.07.2020 | 09:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Künftig fehlen bei Twitter wichtige IT-Begriffe wie z.B. Master, Slave, Blacklist & Whitelist. Das steckt dahinter.

Twitter schafft „Master“, „Slave“ und „Blacklist“ sowie "Whitelist" ab. Damit sind allerdings nicht die technischen Prinzipien beziehungsweise Funktionen gemeint, die hinter diesen Begriffen stehen. Sondern nur die Formulierungen selbst; sie sollen künftig nicht mehr von der Twitterentwicklungsabteilung verwendet werden. Stattdessen sollen die Twitter-Mitarbeiter politisch neutrale Begriffe verwenden.

Twitter reagiert damit auf die "Black Lives Matter“-Bewegung, die durch den gewaltsamen Tod von George Floyd in den Mittelpunkt der politischen Diskussion in den USA gerückt ist. Dadurch gerieten auch IT-Fachbegriffe, die seit Jahrzehnten verwendet werden, in die Kritik. „Master“ und „Slave“, die als Bezeichnungen für Rechner in Netzwerken verwendet werden, oder „Blacklist“ und „Whitelist“, die zum Beispiel bei Spamfiltern, Kinderschutzprogrammen und Antivirus-Software Verwendung finden, sind die wohl bekanntesten Beispiele für solche nun kritisierten Formulierungen.

Aber auch die Diskriminierung von Nicht-Männern wird beendet: So wird aus der "man hour" die geschlechterneutral formulierte "person hour".  Und aus "grandfatherd" wird "legacy status".

Twitter veröffentlichte eine Liste der strittigen Begriffe, die jetzt durch andere Formulierungen ersetzt werden. Die Liste finden Sie hier. Whiteliste wird zum Beispiel durch Allowlist und Blacklist durch Denylist ersetzt.

Aus dem Master wird der Leader oder Primary und der Slave wird zum Follower/replica/standby. Master und Slave erinnern offensichtlich zu sehr an die Zeit der Sklavenhalter in den USA, vor allem in den Südstaaten (wo US-Präsident Donald Trump seine treuesten Anhänger hat) bis zum Ende des Sezessionskrieges.

Die Liste der zu ersetzenden Begriffe geht auf die Initiative zweier Twittermitarbeiter zurück.

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