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Twitter deaktiviert Video in Trump-Tweets

05.06.2020 | 12:29 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Twitter ergreift erneut Maßnahmen gegen einen Tweet von Trump. Und droht: Für Trump gelten die gleichen Regeln wie für andere Nutzer.

Twitter geht weiter auf Konfrontation mit dem US-Präsidenten Donald Trump. In den Twitter-Kanälen @TeamTrump und @TrumpWarRoom, die Trump und sein Team für seinen US-Präsidentschaftswahlkampf nutzen, wurden in Tweets ein eingebundenes Video deaktiviert. Statt dem Video erscheint der Hinweis: "Diese Medien wurden aufgrund einer Meldung eines Urheberrechtsinhabers deaktiviert."

In dem etwa vier Minuten langen Video äußert sich US-Präsident Donald Trump zu dem Tod von George Floyd, dessen Ermordung durch vier Polizisten in den USA weiterhin für Proteste der Black-Lives-Matters-Kampagne sorgt. In dem Video erneuert Trump aber auch seine Vorwürfe gegen die Aktivistengruppe "Antifa" und gegen "radikal linke Gruppierungen", die "Unschuldige terrorisieren" und sich hinter den Protesten über den Tod von George Floyd verstecken würden.

Twitter begründet die Deaktivierung des Trump-Videos damit, dass man von dem Urheber des Videos im Rahmen des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) eine entsprechende Beschwerde erhalten habe. Der Lumen-Datenbank ist hier zu entnehmen , dass die Beschwerde von einer Rechtsanwaltskanzlei in Burbank, Los Angeles (Kalifornien) eingereicht wurde. Konkret wurde zur Entfernung des Videos in diesem Trump-Tweet aufgefordert. Das Video wurde aber auch noch in einem anderen Tweet des Trump-Teams verwendet.

Das Trump-Team konterte die Deaktivierung des Videos mit dem Vorwurf, Twitter und Twitter-Chef Jack Dorsey würden die Aussagen des US-Präsidenten zensieren.

Twitter könnte Trump auch ganz rausschmeißen

US-Medien berichten aktuell, dass Twitter auch dazu bereit wäre, Trump ganz aus Twitter zu werfen. Etwa wenn der US-Präsident weitere Tweets veröffentlichen sollte, die Gewalt verherrlichen oder so verstanden werden könnten, dass sie zur Gewalt auffordern. Auch für Trump würden die gleichen Regeln wie für alle anderen Twitter-Nutzer gelten.

In der vergangenen Woche hatte Twitter bereits einen Trump-Tweet ausgeblendet . In dem Tweet hatte der US-Präsident unter anderem "wenn die Plünderungen beginnen, beginnt das Schießen" geschrieben. Twitter begründete die Maßnahme damit, dass der Inhalt zur Gewalt auffordere. Bei anderen Twitter-Nutzern wäre der Tweet mit dieser Begründung gänzlich  gelöscht worden, beim US-Präsidenten wurde immerhin eine Ausnahme gemacht.

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