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Twitch-Streamern droht Bann bei Offline-Fehlverhalten

08.04.2021 | 15:27 Uhr | Denise Bergert

Twitch will seine Richtlinie zu Hass und Belästigung in Zukunft weiter verschärfen und Streamer bannen, die sich auch außerhalb des Dienstes daneben benehmen.

Im Januar hat die zu Amazon gehörende Streaming-Plattform Twitch ihre neue Richtlinie zu Hass und Belästigung eingeführt, um die Community besser zu schützen. Die Richtlinie sollte deutlicher als zuvor klar stellen, welches Verhalten von der Plattform als Hass und Belästigung eingestuft wird. Das genügt dem Unternehmen jedoch noch nicht. Twitch will in Zukunft auch schlechtes Verhalten anprangern , das außerhalb von Twitch passiert. Dafür plant die Streaming-Plattform eine Verschärfung der Richtlinien für das Benehmen seiner Mitglieder in den sozialen Medien und anderen Online-Diensten. Dafür führt Twitch zwei neue Kategorien für gemeldete Belästigungsfälle ein.

In Kategorie eins wird ein Twitch-Nutzer direkt bei Twitch von einem anderen Nutzer beleidigt oder belästigt. Ziehen sich diese Angriffe vom selben Nutzer auch auf andere Plattformen wie etwa Twitter weiter, können diese Beweise von Twitch bei der Abwägung einer Strafe hinzugezogen werden. Zu Kategorie zwei zählen unterschiedliche Verhaltensweisen von Nutzern, die auch gänzlich außerhalb von Twitch ausgeübt werden. Dazu zählen etwa gewalttätiger Extremismus, terroristische Aktivitäten, Gewaltdrohungen, Mitgliedschaft in einer bekannten Hassgruppe, sexuelle Übergriffe, Verbreitung von Kinderpornografie sowie Drohungen gegen Twitch und Twitch-Mitarbeiter. Kurz gesagt, wer sich außerhalb von Twitch daneben benimmt, wird auch auf Twitch nicht mehr geduldet.

Diese Herangehensweise ist neu für Twitch und die Überprüfungswerkzeuge für derartige Fälle befinden sich noch in der Entwicklung. Um die neuen Richtlinien durchsetzen zu können, arbeitet Twitch eigenen Aussagen zufolge mit Ermittlungspartnern zusammen. Dabei handelt es sich um eine Ermittlungskanzlei, die bereits Erfahrungen mit Angriffen, Hass und Beleidigung am Arbeitsplatz oder an der Universität mitbringt. Zusätzliche zur Partnerschaft mit der Ermittlungskanzlei hat Twitch das interne Strafverfolgungsteam mit neuen Mitarbeitern aufgestockt, um Meldungen über Fehlverhalten außerhalb der Plattform überprüfen und verfolgen zu können.

Über die E-Mail-Adresse "OSIT@twitch.tv" können Verstöße gegen die Twitch-Richtlinien künftig gemeldet werden. Um Beschwerde gegen einen Twitch-Nutzer einzureichen, empfiehlt die Plattform außerdem ihr detailliertes Meldeformular. Ist die umfassende Prüfung des gemeldeten Nutzers abgeschlossen, könnte ihm künftig ein unbefristeter Bann für die Plattform drohen, obwohl er sich bei Twitch regelkonform verhalten hat. Verstößt er jedoch auf anderen Plattformen gegen die Regeln, wird dieses Verhalten künftig von den Ermittlern bei Twitch mit einbezogen.

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