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Türkei: Google stoppt Lizenzen für Android-Smartphones

17.12.2019 | 09:48 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Google vergibt derzeit keine Android-Lizenzen für neue Smartphones in der Türkei und reagiert damit auf drohende Strafen.

Google vergibt derzeit keine Android-Lizenzen mehr für neue Android-Smartphone und reagiert damit auf eine Entscheidung der türkischen Wettbewerbshüter. Diese hatten Google im September 2018 zu einer Strafe von 14,25 Millionen Euro verdonnert und Änderungen in der Android-Lizenzierung gefordert. Im November 2019 wurde dann beschlossen, dass die von Google durchgeführten Änderungen nicht ausreichend seien, weil Google weiterhin die Änderung der Standard-Suchmaschine in Android verhindere. Angestoßen wurde das Wettbewerbsverfahren in der Türkei gegen Google vom russischen Suchmaschinenbetreiber Yandex.

Google muss täglich eine Strafe von 0,05 Prozent des Google-Umsatzes zahlen, solange die Änderungen nicht durchgeführt wird und hat 60 Tage Zeit Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Google vergibt daher vorerst keine neuen Android-Lizenzen an Smartphone-Hersteller, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet . Die türkische Agentur Haberler berichtet, dass Google seine Partner in der Türkei am Montag über den Stopp der Android-Lizenzierung informiert habe. In der Mitteilung wird darauf hingewiesen, dass die bereits auf dem Markt befindlichen Geräte nicht betroffen seien und diese auch weiterhin problemlos genutzt werden könnten. Auch die Nutzung anderer Google-Dienste sei nicht beeinträchtigt.

Weil es sich bei Android um eine offene Software handelt, können die Hersteller die neuen Smartphones noch mit der Open-Source-Variante von Android ausliefern, die ohne Google-Apps für Android auskommen müssen, wodurch diese Geräte aber auch unattraktiver für die Nutzer werden.

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