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Tschüss Microsoft: Südkorea ersetzt Windows durch Linux

20.05.2019 | 16:01 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Regierung von Südkorea will Windows durch Linux ersetzen. Vor dem Umstieg soll es intensive Tests mit Linux geben.

Die Regierung von Südkorea steigt von Windows auf Linux um. Das berichtet The Korea Herold. Denn die südkoreanische Regierung verwendet noch viele Windows-7-Rechner, die ab Januar 2020 aber keine Sicherheits-Updates mehr erhalten. Also muss sich Südkorea nach Alternativen umschauen.

Welche Linux-Distribution Südkorea konkret aussuchen wird, ist derzeit nicht bekannt. Das kommende Ubuntu 19.10 wird es sicherlich nicht sein, denn dieses bekommt nur neun Monate Support. Eher schon eignet sich Ubuntu 18.04 LTS, weil Canonical dafür bereits standardmäßig fünf Jahre Updates bereitstellt. Gegen Aufpreis bekommen Kunden für Ubuntu 18.04 aber sogar zehn lange Jahre Support mit Sicherheits-Updates.

Bevor die südkoreanische Regierung eine Entscheidung für eine bestimmte Distribution trifft, will sie Linux – genauer gesagt: vermutlich unterschiedliche Linux-Distributionen - intensiv auf ihren PCs testen, wie die südkoreanische Zeitung schreibt. Dabei soll vor allem die Kompatibilität mit Webseiten und Anwendungssoftware überprüft werden. Außerdem will Südkorea besonders auch die Sicherheit von Linux überprüfen.

Kurzfristig dürfte der Umstieg von Windows 7 zu Linux die südkoreanische Regierung umgerechnet über 586 Millionen Euro kosten (inklusive neuer Hardware). Doch langfristig erhoffen sich die Südkoreaner deutliche Einspareffekte durch den Wechsel zu Open Source.

Im Januar 2020 läuft der Support für das beliebte und bewährte Windows 7 ab. Privatanwender erhalten danach keine Sicherheits-Updates mehr für Windows 7. Professionelle Nutzer können Windows 7 zwar weiternutzen, indem sie bei Microsoft den kostenpflichtigen Extended Support für Windows 7 buchen. Doch diesen Service lässt sich Microsoft teuer bezahlen. Somit werden viele Nutzer auf Windows 10 aktualisieren müssen. Das verursacht nicht nur Lizenzkosten, sondern dürfte in vielen Fällen auch die Anschaffung neuer Hardware nach sich ziehen. Außerdem akzeptiert nicht jeder Nutzer die Datensammelwut von Windows 10.

Die Stadt München macht übrigens genau das Gegenteil von Südkorea: Sie wechselt zurück von Linux zu Windows. Microsoft hat vor einigen Jahren seine deutsche Firmenzentrale nach München verlegt.

Fünf Gründe gegen einen Umstieg zu Linux

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