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Trotz Elektronik: Das sind Deutschlands tödlichste Straßen - so überleben Sie

09.09.2021 | 14:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Allen elektronischen Helfern zum Trotz führen Überholmanöver oft zu schweren Verkehrsunfällen. Besonders eine Straßenart ist gefährlich. So vermeiden Sie tödliche Fehler.

Trotz aller Verbesserungen bei der Crash-Sicherheit und zahlreicher elektronischer Helfer - ABS, ESP, Spurhaltesysteme und Spurverlassensassistenten, Notbremssysteme, ACC, Müdigkeitswarner etc. - bleibt ein Problem ungelöst: Die hohe Sterberate auf Deutschlands Landstraßen. Denn seit in Deutschland Statistiken zu Verkehrsunfällen geführt werden, liegen die Land- und Bundesstraßen vorne. Autobahn und selbst der Stadtverkehr fordern deutlich weniger Menschenleben. Hier einige Beispiele für die Tödlichkeit von Landstraßen:

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Gefährliche Überholmanöver

Neben Fahrten mit zu hoher Geschwindigkeit und/oder unter Alkoholeinfluss sind es vor allem unüberlegte Überholmanöver, die jedes Jahr viele Menschenleben fordern. Die Dekra schreibt dazu: „Riskante Überholmanöver waren im Jahr 2020 die Ursache von Verkehrsunfällen, bei denen mehr als 16.000 Personen verletzt und 277 getötet wurden. Oft waren dabei Fehleinschätzungen, Fahrlässigkeit und Leichtsinn im Spiel. Im Jahr 2020 starb knapp ein Drittel aller auf deutschen Landstraßen getöteten Menschen bei einem Unfall mit dem Gegenverkehr.“

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Benötigte Strecke wird unterschätzt

Die Dekra sieht vor allem ein Problem: Autofahrer unterschätzen oft, wie viel Strecke man zum Überholen braucht: „Vielen ist nicht bewusst, dass insgesamt ungefähr doppelt so viel Strecke benötigt wird wie für den reinen Überholvorgang“, erklärt Stefanie Ritter, Unfallforscherin bei der Dekra. Ritter nennt ein Beispiel: Zum Überholen eines 60 km/h fahrenden Lkw braucht man dort von Überholbeginn an eine freie Strecke von knapp 600 Metern.“

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Verschmutzte Blinker

Die Dekra-Expertin weißt zudem auf ein Problem hin, das auch die Kameras und Radarsensoren moderner PKWs überfordert: „Größte Vorsicht ist beim Überholen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen geboten. Vor allem dann, wenn deren Blinkleuchten verschmutzt oder durch Arbeitsgeräte verdeckt und für den nachfolgenden Verkehr nicht erkennbar sind; ein Traktor könnte somit ‚unangekündigt’ abbiegen. Und manchmal wird es durch überbreite oder beladene Fahrzeuge auf schmalen Straßen so eng, dass zum Überholen nicht genügend Sicherheitsabstand bleibt.“

So überholen Sie richtig:

  • Vor dem Ausscheren nach hinten schauen und prüfen, ob nicht schon ein nachfolgendes Fahrzeug zum Überholen angesetzt und Vorrang hat

  • Die Strecke vor Ihnen genau im Blick behalten: Ist sie frei von Gegenverkehr? Kann ich sie voll einsehen? Wie verhalten sich die zu Überholenden? Ist die freie Strecke zum Überholen lang genug?

  • Blinken vor dem Ausscheren

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kurven oder Kuppen die Sicht nehmen sowie im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen. Vom "Kolonnenspringen" rät die Dekra ab.

So entwickelten sich die Verkehrstotenzahlen in den letzten Jahren:

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