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Traurig: Es sterben wieder mehr Menschen im Straßenverkehr – der Grund

25.07.2022 | 17:49 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Das Statistische Bundesamt meldet eine Trendwende: es sterben wieder mehr Menschen im Straßenverkehr.

Eine positive Seite der Covid-19-Pandemie war das durch den Lockdown und die Home-Office-Regelung spürbar reduzierte Verkehrsgeschehen auf den Straßen. Das hatte einen Rückgang der Verkehrstoten zur Folge, oder wie es die Statistiker formulieren: "Das Unfallgeschehen war in den letzten zwei Jahren stark von der Corona-Pandemie geprägt. Die Corona-Maßnahmen führten im Vergleichszeitraum 2021 auch zu einer geringeren Fahrleistung und somit zu weniger Unfällen und Verunglückten im Straßenverkehr." Doch damit war es im Mai 2022 vorbei, wie das Statistische Bundesamt Destatis meldet .

Die Zahlen zeigen aber auch, dass trotz Covid-19 im Sommer mehr gefahren wurde – Urlaub?
Vergrößern Die Zahlen zeigen aber auch, dass trotz Covid-19 im Sommer mehr gefahren wurde – Urlaub?
© Destatis

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Demnach sind im Mai 2022 in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen 254 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen getötet und 35.100 verletzt worden. Das waren 45 Verkehrstote und 10.200 Verletzte (+41 %) mehr als im Mai 2021 (als das Home Office weiter verbreitet war und das Reisegeschehen auf den Straßen noch deutlich reduzierter war). Doch die Mai-2022-Zahlen liegen in etwa auf dem Niveau von Mai 2019 und damit in der Zeit vor der Pandemie: es gab im Mai 2022 genau einen Verkehrstoten und 2100 Verletzte (+7 %) mehr. Die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle lag mit 218.700 um 7 % niedriger als im Mai 2019.

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In den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 erfasste die Polizei insgesamt rund 948.600 Straßenverkehrs­unfälle. Das waren 14 % oder 114.000 mehr als im stärker von der Corona-Pandemie geprägten ersten fünf Monaten des Jahres 2021. Darunter waren 102.500 Unfälle mit Personenschaden (+28 % oder +22 500), bei denen 959 Menschen getötet wurden. Damit stieg die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 % beziehungsweise 117 Personen. Die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr nahm um 29 % oder 29 000 auf 128.100 zu.

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