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Torvalds: Instagram, Twitter & Facebook sind eine Krankheit

05.04.2019 | 13:11 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Linux-Vater Linus Torvalds äußert scharfe Kritik an sozialen Diensten und hat auch eine Erklärung dafür.

In einem Interview mit dem Linux Journal hat Linux-Vater Linus Torvalds soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und Twitter als eine "Krankheit" und "Müll" bezeichnet. Damit reagierte Torvalds auf die Frage, was er in der vernetzten Welt gerne ändern würde. Seine Antwort auf die Frage: "Nichts Technisches. Aber ich verabscheue modernes social media - Twitter, Facebook, Instagram. Es ist eine Krankheit. Sie scheinen schlechtes Verhalten zu fördern."

Das Hauptproblem sei, dass man bei derartiger Kommunikation nicht erkennen könne, wenn jemand subtil sei. Ein Problem, das auch die Kommunikation über Mail teile. "Wenn man nicht mit jemandem von Angesicht zu Angesicht spricht und alle normalen sozialen Signale verpasst, ist es leicht, Humor und Sarkasmus nicht zu bemerken", so Torvalds. Daraus entstehen dann "Flame Wars", die nicht so leicht nach einer persönlichen Interaktion entstehen.

Dennoch funktioniere aus Torvalds Sicht die Kommunikation per Mail, weil man sich die Mühe mache, etwas zu schreiben und das Geschriebene in einem Kontext stehe. Das ganze "Liking" und "Sharing" der sozialen Netzwerke sei dagegen einfach nur "Müll". Dort strenge sich niemand an und es gäbe auch keine Qualitätskontrolle. "Tatsächlich ist alles auf die Umkehrung der Qualitätskontrolle ausgerichtet, mit kleinsten gemeinsamen Zielen und Click-Bait und Dingen, die eine emotionale Reaktion erzeugen sollen", erklärt Torvalds. Komme da noch die Anonymität dazu, werde es einfach "ekelhaft". Wenn man nicht mal seinen echten Namen auf seinen "Müll" packe, oder bei dem was man teilt oder  mit "Gefällt mir" markiert, dann sei es sinnlos.

Torvalds weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass er nichts von Anonymität halte. Viele Nutzer würden die Einhaltung der Privatsphäre und Datenschutz mit Anonymität verwechseln. Er halte dies aber für falsch. Anonymität ist für Whistleblower wichtig. Soziale Netzwerke sollten aber aus seiner Sicht keine Inhalte verbreiten, bei denen die Nutzer nicht ihre wahre Identität preisgeben müssen. Er selbst sei ohnehin bei keinem sozialen Netzwerk aktiv und habe nur Google Plus mal kurz ausprobiert, weil dort nicht nur "sinnloses Zeug" verbreitet wurde. Das ganze Thema ärgere ihn aber dennoch.

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