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Todeskampf auf dem Mars: Marslander ohne Strom

19.05.2022 | 10:38 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Dem Marslander Insight geht der Strom aus. Nur ein Wunder kann Insight noch retten. Erst vor kurzem zeichnete er noch ein Monsterbeben auf.

Auf dem Mars steht ein Todeskandidat: Der Marslander Insight. Bald dürfte das wichtige Forschungsinstrument seinen Dienst für immer einstellen, wie die NASA berichtet . Denn der am 26.11.2018 auf dem Mars gelandete Marslander Insight kann kaum noch Strom produzieren. Da seine Sonnenkollektoren dick mit Staub bedeckt sind. Von anfangs rund 5000 Wattstunden ist die Stromproduktion auf jetzt nur noch 500 Wattstunden gesunken.

Für die nächsten Monate rechnet die NASA mit noch mehr Staub und weniger Sonnenstrahlung, dann dürfte die Stromversorgung von Insight und damit verbunden dessen Beheizung völlig zusammenbrechen. Insight muss dementsprechend seine Erforschung des Roten Planeten für immer einstellen. Einzige Rettung wäre ein starker Sturm, der den Staub von den Sonnenkollektoren bläst. Dieser kleine Hoffnungsschimmer bleibt den NASA-Wissenschaftlern noch.

Mit dem Staubproblem und der dadurch verursachten eingeschränkten Stromerzeugung kämpft Insight schon länger, mehr dazu sowie zu den seismischen Messungen lesen Sie in: Stärkste Beben auf dem Mars - Strommangel bedrohte Messung.

Monsterbeben auf dem Mars

Erst vor wenigen Tagen gelangt Insight noch einmal eine spektakuläre Messung. Denn auf dem Mars gab es ein heftiges Beben, das Insight mit seinen Sensoren aufzeichnete. Es hatte eine Magnitude 5, war also sehr, sehr stark; die NASA spricht von einem Monsterbeben.

Das Aufzeichnen von Beben war eine der Hauptaufgaben von Insight, der anders als der Marsrover Perserverance unbeweglich immer auf dem gleichen Standort steht und nicht auf dem Mars herumfährt; insgesamt zeichnete Insight über 1300 Beben auf. Deshalb will die NASA den verbleibenden Reststrom ganz für den Betrieb des Seismometers verwenden. Die anderen Messinstrumente von Insight sollen dagegen ab Juni 2022 nur noch in Ausnahmefällen eingeschaltet werden.

Der Roboterarm von Insight wird zudem Ende Mai 2022 in eine Ruheposition gebracht. Ende des Sommers will die NASA dann aber auch das Seismometer abschalten. Damit endet dann der wissenschaftliche Einsatz von Insight. Insight soll danach aber weiterhin noch Fotos von der Marsoberfläche machen und diese zur Erde senden. Doch im Dezember 2022 dürfte selbst das nicht mehr möglich sein und Insight ist dann faktisch tot.

Hier können Sie den Todeskampf von Insight über dessen Twitterkanal mitverfolgen.

Noch ein Todeskandidat

Nicht nur dem Marslander Insight droht das Ende, auch der Mars-Hubschrauber Ingenuity, der zusammen mit dem Marsrover Perservance auf dem Mars landete, ist in seiner Existenz bedroht. Ebenfalls wegen Strommangel. Mehr lesen Sie hier: Mars-Hubschrauber Ingenuity kämpft ums Überleben.

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