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TikTok sagt "sorry" für Löschung des Anti-China-Clips

28.11.2019 | 10:58 Uhr | Panagiotis Kolokythas

TikTok hat sich nun offiziell für die Löschung eines Anti-China-Videoclips entschuldigt. Menschliches Versagen sei schuld gewesen.

Eine junge Frau gibt in einem Video auf TikTok vor, erklären zu wollen, wie man sich geschickt die Wimpern verlängern kann. Bereits nach wenigen Sekunden klärt sie die Zuschauer aber auf, wie die chinesische Regierung die Minderheit der Uiguren unterdrückt. Der Clip erfreut sich einer hohen Beliebtheit und verschwindet dann plötzlich von der Plattform. Die Löschung dieses Videos sorgte dann für Zensur-Vorwürfe gegen TikTok, welches weltweit immerhin mehr als 1,5 Milliarden Nutzer hat. Der zum chinesischen Unternehmen ByteDance gehörende Dienst TikTok, so der Vorwurf, zensiere China-kritische Inhalte seiner Nutzer.

Vorwürfe, gegen die sich TikTok schon seit einiger Zeit wehrt. In einer ausführlichen Mitteilung entschuldigt sich TikTok nun bei allen Nutzern und der Öffentlichkeit für den Vorfall. Die Kurzzusammenfassung der TikTok-Reaktion: Ein menschlicher Fehler habe für die Löschung des Videos gesorgt. Das Video ging am 23. November online und wurde am 27. November von einem TikTok-Mitarbeiter gelöscht.

Das sei aber nicht beabsichtigt gewesen und auch inhaltlich habe das Video gegen keine bei TikTok geltenden Verhaltensregeln verstoßen. Nach Feststellung der fehlerhaften Löschung durch einen leitenden TikTok-Mitarbeiter sei das Video dann sofort wieder bei TikTok freigeschaltet worden. Insgesamt sei das Video daher nur etwa 50 Minuten offline gewesen.

TikTok habe bereits die betreffende Nutzerin des viralen Videos kontaktiert und sich bei ihr ebenfalls entschuldigt. Begründet wird das Versehen damit, dass Konten gebannt wurden, die über Geräte genutzt wurden, bei denen gegen die Verhaltensregeln des Dienstes verstoßen wurden. Dazu gehören die Verbreitung von 1) Bildern von Terroristen, 2) Inhalten, die Kinderausbeutung thematisieren oder 3) Spam oder anderen schädlichen Inhalten.

Die betreffende Nutzerin habe ein weiteres TikTok-Konto besessen, auf dem sie in einem Video am 14. November den Terroristen Osama Bin Laden zeigte, weshalb dieses andere Konto gesperrt werden musste. Am 23. November sperrte TikTok rund 2.400 Geräte und die dazugehörigen Konten wegen Verstößen. Dabei sei auch das Konto der Nutzerin ins Visier geraten, die das Anti-China-Video gepostet hatte, weil sie eben Tage zuvor ein Video mit Osama Bin Laden veröffentlicht hatte. Am 27. November wurde dann schließlich das virale Anti-China-Video der Nutzerin versehentlich gelöscht.

In der Mitteilung betont TikTok, dass es das Ziel des Dienstes sei, eine sichere, positive und einladende Umgebung für seine Nutzer anzubieten, in der auch die freie Meinungsäußerung gesichert sei. Das gelte auch für Inhalte, die ernster und/oder komplexer Natur seien.

Und hier das Video, welches laut TikTok "versehentlich" gelöscht worden war und das bisher weit über 1,5 Millionen Mal von TikTok-Nutzern weltweit angesehen wurde:

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