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Teurer Energievertrag durch fiesen Anruf - so wehren Sie sich!

18.01.2022 | 14:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Immer öfter werden Verbraucher angerufen, um ihnen unerwünschte Energieversorgungsverträge unterzujubeln. So wehren Sie sich!

Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor Telefonanrufen, in denen Verbrauchern unerwünschte Verträge mit Energieversorgern untergeschoben werden. Solche Anrufe häufen sich derzeit.

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Die Verbraucherschützer betonen, dass ihnen aktuell Fälle vorliegen würden, in denen Betroffene von Energieversorgern per verbotener Kaltakquise angerufen wurden. Im Laufe der Gespräche erhielten die Angerufenen dann ein Angebot per SMS mit der Bitte, dieses anzunehmen. An dieser Stelle müssen Sie nun aufpassen, wie die Verbraucherschützer warnen. "Vielen Betroffenen ist nicht klar, dass sie mit der Bestätigung einen rechtskräftigen Vertrag abschließen", warnt Jan Bornemann von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Zwar dürfen laut des im Sommer 2021 überarbeiteten Energiewirtschaftsgesetzes am Telefon keine Verträge mehr wirksam abgeschlossen werden. Denn es bedarf einer ausdrücklichen Erklärung der Verbraucherin oder des Verbrauchers - per Brief, SMS oder E-Mail. Doch genau diese SMS wird nun häufiger verschickt.

"In der Vergangenheit wurden Angerufene am Telefon förmlich überrumpelt und ihnen mündlich Verträge untergeschoben. Heute lenken die Beratungsgespräche von den Inhalten der verschickten SMS ab", erklärt Bornemann die neue Masche.

So widerrufen Sie den unerwünschten Vertrag

Wer derart überrumpelt wurde und der SMS bereits zugestimmt hat, kann diesen Fehler aber noch ausbügeln, sofern man schnell handelt. Denn Betroffene können einen abgeschlossenen Vertrag innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Diese Frist beginnt erst dann, wenn sie über die Möglichkeiten des Widerrufs belehrt wurden. Wer also per SMS einen Vertrag abgeschlossen hat, kann diesen noch widerrufen.

Diese neuen Regeln gelten jetzt

Mehr zu den seit dem 1. Dezember 2021 geltenden neuen Regeln für Verträge lesen Sie in dem Artikel Ab 1.12.: Das gilt neu für Internet, Telefonie, Anbieterwechsel, Neu- und Altverträge. Spannend ist auch diese Neuerung: Internetvertrag nach 1 Monat kündigen: Das geht unter diesen Voraussetzungen.

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