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Test: Realme GT Master Edition - solides Mittelklasse-Smartphone

08.12.2021 | 08:25 Uhr | Birgit Götz

Mit dem Realme GT Master Edition stellt Realme ein Mittelklasse-Smartphone vor, ausgestattet mit neuem Chipsatz sowie neuen Kamerafunktionen. Wo sich dieses günstige Modell im Wettbewerb platziert, lesen Sie in diesem Test.

Nach der Veröffentlichung des Realme GT Anfang des Jahres hat Realme jetzt mit der GT Master Edition nachgelegt, die einen  komplett neuen Chipsatz enthält und mit neuen Kamerafunktionen und neuen Designoptionen aufwartet.


Design und Aufmachung

  • Einzigartiges Finish (ausgewählte Modelle)

  • Inklusive Kopfhörerbuchse

  • Kein Wasser- oder Staubschutz

Eines der charakteristischen Merkmale der Realme GT Master Edition ist die Auswahl an Oberflächen. Die graue Version (Voyager Grey, entworfen von Naoto Fukasawa) hat eine gewellte Rückseite, die an einen Koffer erinnert. Das verwendete Material ist laut Realme das erste konkave vegane Leder, mit dem sich das horizontale Gitter eines Koffers nachbilden lässt. Dazu passend gibt es für das Smartphone eine Schutzhülle im gleichen Stil.

Wenn die Variante von Fukasawa Ihren Geschmack nicht trifft, können Sie das Smartphone auch in Weiß (Luna White) oder Schwarz (Cosmos Black) bestellen.Die Realme GT Master Edition misst 159,2 x 73,5 x 8,0 mm. Wie die meisten Handys der Marke sind sie etwas größer und lassen sich daher nicht so gut mit einer Hand bedienen. Trotzdem eignet sich das Smartphone gut für unterwegs und ist mit 174 Gramm  relativ leicht.

Die Lautstärketaste befindet sich auf der linken Seite, die Power-/Sperrtaste finden Sie auf der rechten Seite. Es gibt einen USB-C-Anschluss zum Aufladen, einen Dual-SIM-Steckplatz und einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss.

Die superlinearen Lautsprecher des Telefons unterstützen Hi-Res-Audio. Obwohl die Ausgabe recht laut und druckvoll ist, klingt sie im Vergleich zu anderen getesteten Geräten etwas blechern.

Der Master Edition hat keinerlei zertifizierten Wasser- oder Staubschutz.


Das Display

  • Hohe Bildwiederholfrequenz von 120 Hz

  • Großer 6,43-Zoll-Bildschirm

  • Zuverlässiger Fingerabdrucksensor

Die Größe des Smartphones erlaubt einen 6,43-Zoll-Bildschirm, was ein Verhältnis von 91,7 Prozent Bildschirm-zu-Gehäuse ergibt. Realme hat ein Full HD+ Super AMOLED-Panel verwendet, das helle, farbenfrohe Bilder und einen angenehmen Kontrast erzeugt. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann es zu Blendeffekten kommen, aber im Allgemeinen bleiben die Bildschirminhalte gut sichtbar.

Mit einer Touch-Abtastrate von 360 Hz reagiert das Display schnell auf Gesten - ideal für Gamer, und der Fingerabdrucksensor unter dem Bildschirm funktioniert hervorragend.

Sie können zwischen drei Optionen für die Bildwiederholfrequenz wählen: 120 Hz, 60 Hz oder automatische Auswahl. Für ein optimales Gleichgewicht zwischen Bild und Akkulaufzeit ist die automatische Auswahl zu empfehlen, da die Einstellung auf 120 Hz den Akku schneller entleert.



Technische Daten und Leistung

  • Leistung bleibt hinter dem Standard-GT zurück

  • Bis zu 8 GB RAM und 256 GB Speicher

  • Keine Überhitzungsprobleme

Der Chipsatz ist der größte Unterschied zwischen dem Realme GT und der Master Edition. Das Realme GT Master Edition ist mit dem Snapdragon 778G ausgestattet, während im GT der Qualcomm-Flaggschiff-Chip Snapdragon 888 zum Einsatz kommt.

Der 778G findet sich normalerweise in Premium-Mittelklasse-Geräten wie dem Xiaomi 11 Lite 5G und dem Samsung Galaxy A52 . Diese Ergebnisse spiegeln sich in den Benchmark-Tests wider.

Trotz des offensichtlichen Leistungsdefizits ist der Snapdragon 778G immer noch sehr stark - vorausgesetzt, Sie kaufen die Master Edition nicht, um erstklassige Spiele zu spielen oder andere Aufgaben mit hohen Anforderungen zu erledigen. Bei einigen Apps wie Youtube und Twitch wurden im Test nur gelegentlich Verzögerungen festgestellt.

Der Snapdragon-Chip 778G ist entweder mit 6 GB RAM und 128 GB Speicher oder 8 GB RAM und 256 GB Speicher gekoppelt. Im Test war die Variante 8 GB/256 GB SKU, die für die meisten Anforderungen genügt. Eine Micro-SD-Karte zur Speichererweiterung gibt es nicht.

Das Smartphone ist außerdem mit einem Vapor Chamber Cooling System ausgestattet, das während intensiver Nutzung und beim Aufladen für Abkühlung sorgt.


Die Kameras

  • Klare Texturen und Details

  • Übertriebene Farben

  • Schwache Fotografie bei schwachem Licht

Wie bei den meisten Mittelklasse-Handys sind auch die Kameras der Realme GT Master Edition gemischt: Es gibt die 64-Megapixel-Hauptkamera mit einer f/1.8-Blende. Dazu kommt ein 8-Megapixel-Ultraweitwinkelsensor mit einer Blende von f/2.2. Weiter gibt es eine 2-Megapixel-Makrokamera mit einer Blende von f/2.4. Die Frontkamera ist eine 32-Megapixel-Selfie-Kamera mit einer Blende von f/2.5 (ein Sony IMX615 Sensor).

Die Realme GT Master Edition hat drei Kameras auf der Rückseite: die 64-Mp-Hauptkamera, einen 8-Mp-Ultraweitwinkelsensor und eine 2-Mp-Makrokamera
Vergrößern Die Realme GT Master Edition hat drei Kameras auf der Rückseite: die 64-Mp-Hauptkamera, einen 8-Mp-Ultraweitwinkelsensor und eine 2-Mp-Makrokamera
© techadvisor/IDG


Das Hauptobjektiv kann bei der Aufnahme von Landschaften, Objekten und Menschen - je nach Lichtverhältnissen - einige großartige Fotos produzieren. Die Details sind scharf und die Texturen sehen gut aus, aber die Farben wirken bei Aufnahmen an einem hellen, sonnigen Tag übermäßig kräftig. Selbst wenn man die künstliche Intelligenz und die HDR-Funktion ausschaltet, wirken die Aufnahmen oft übersättigt und nicht naturgetreu.

Beispielfotos, erstellt mit den unterschiedlichen Kameras, sehen Sie hier

Die Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen ist nicht die beste, die Details werden unscharf und die Farben wirken stumpf. Der Nachtmodus hilft zwar ein wenig, aber die Veränderung ist nicht drastisch genug und die Verarbeitung dauert auch etwas länger.

Die Ultraweitwinkel-Kamera verliert im Vergleich zum Hauptsensor an Details und auch die Farben sind etwas stumpfer. Wie die meisten Ultraweitwinkel-Kameras eignet sie sich am besten für Reisefotos oder Gruppenfotos.

Genau wie beim Standard-GT ist das Makroobjektiv nicht besonders einfach zu bedienen. Der Sucher zeigt nicht an, ob man sich im optimalen Aufnahmeabstand befindet oder nicht, und die Bilder sind im Allgemeinen nicht sehr überzeugend.

Die Kamera auf der Vorderseite macht gute Aufnahmen von Details und Texturen, aber auch hier wirken die Farben ein wenig übertrieben.

Das künstliche Bokeh bei Porträtaufnahmen mit der Frontkamera arbeitete nicht immer korrekt und wischte manches Detail aus dem Bild.

Die Master Edition wirbt mit einem speziellen Straßenfotografie-Modus, der in Zusammenarbeit mit Ricoh entwickelt wurde, sowie mit einem "Straßenfotofilter" von Nomo Cam. Es handelt sich dabei um eine Nischenfunktion. Sie werden damit kaum Unterschiede feststellen, wenn Sie Aufnahmen vergleichen, die mit eingeschaltetem und ausgeschaltetem Modus gemacht wurden.

Videos kann das Realme GT Master Edition in 720p, 1080p oder 4K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Es gibt keinen optischen Bildstabilisator (OIS), aber der elektronische Bildstabilisator (EIS) hilft, die Videos einigermaßen flüssig zu halten, und der Ton wird von den integrierten Dual-Mikrofonen gut aufgenommen.


Akkulaufzeit und Ladung

  • Beachtliche Langlebigkeit

  • 65-W-Schnellladung

  • Keine drahtlose Aufladung

Das Realme GT Master Edition verfügt über einen 4300-mAh-Akku. Realme gibt auf seiner Website keine Zahlen an, aber bei allgemeiner Nutzung waren im Test etwas mehr als eineinhalb Tage möglich. Auch die internen Tests waren beeindruckend: Im PC-Mark10-Akkutest erreichte das Gerät 10 Stunden und 4 Minuten.

Das Gerät wird mit einem 65-W-Ladegerät geliefert, das es in 30 Minuten auf 96 Prozent auflädt.
Kabelloses Laden ist nicht möglich.


Die Software

  • Realme UI 2.0

  • Einfach zu bedienende Oberfläche

  • Etwas unübersichtlich

Die Master Edition verfügt über Android 11 mit der Realme UI 2.0. Hauptkritikpunkt an der Nutzererfahrung ist, dass es einige vorinstallierte Apps gibt, darunter PUBG und SoLoop, die einige Leute wahrscheinlich nicht nutzen werden. Glücklicherweise können Sie diese deinstallieren, wenn Sie mehr Platz für Ihre eigenen Apps haben möchten.

Es gibt einen ganzen Bereich für digitales Wohlbefinden, in dem Sie Apps pausieren, Timer/Limits einstellen und die Oberfläche in einen Schlafenszeit-Modus mit Graustufen-Bildschirm und einer Nicht-Stören-Funktion ändern können. Die Funktion "Heads up" erinnert Sie beim Gehen daran, trotz Smartphone-Nutzung auf Ihre Umgebung zu achten.


Preise und Verfügbarkeit

Das Realme GT Master Edition kostet je nach gewünschter Farbe ab 276 Euro für die Version mit 128 GB und ab etwa 340 Euro für die Version mit 256 GB.

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Wenn Sie eine ähnliche Leistung für weniger Geld wollen, könnten Sie sich für das Poco X3 Pro entscheiden. Es verfügt über einen großen Akku und die gleiche Menge an RAM und Speicherplatz. Die größten Abstriche müssen Sie allerdings bei den Kameras und der Ladegeschwindigkeit machen.

Bedenken Sie aber auch, dass der Preis des Standard-Realme GT seit seiner Markteinführung gesunken ist, da es schon länger auf dem Markt ist; für einen geringen Aufpreis können Sie sich also einen echten Flaggschiff-Killer sichern.


Fazit

Das Realme GT Master Edition hat viele der großartigen Eigenschaften des Standardmodells beibehalten: einen großartigen Bildschirm, einen großen Akku, solide Software und schnelle Landegeschwindigkeiten. Das einzigartige Kofferdesign und die Kopfhörerbuchse machen es auch für ein günstiges Mittelklasse-Handy recht begehrenswert.

Durch das Downgrade des Prozessors und die übertriebenen Farben bei der Kamera ist es jedoch etwas weniger konkurrenzfähig als das ursprüngliche GT - und das trotz des niedrigeren Einstiegspreises. Und es gibt Konkurrenten, die eine beeindruckendere Leistung und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Dieser Test erschien zuerst bei unseren englischen Kollegen auf techadvisor.com

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