2185186

Test: Antiviruslösungen für Firmenrechner (Windows 7)

01.02.2018 | 09:11 Uhr |

Das AV-Test Institut in Magdeburg hat 15 Schutzlösungen für Unternehmensrechner unter Windows 7 (64 Bit) getestet. Vier Produkte haben die volle Punktzahl erreicht, durchgefallen ist kein Kandidat.

Das Magdeburger AV-Test Institut hat diesmal wieder Antiviruslösungen für Firmen-Clients unter Windows 7 (64 Bit) unter die Lupe genommen. Zwölf Hersteller haben 14 Produkte für den Zertifizierungstest eingereicht. Hinzu kommt wie immer Microsoft System Center Endpoint Protection als untere Messlatte und außer Konkurrenz. Der vorherige Test unter Windows 7 (64 Bit) fand im März 2017 statt. Neu dabei ist SentinelOne. Das AVG Business-Produkt firmiert inzwischen unter der Marke Avast.

Die Tests laufen kontinuierlich über mehrere Wochen, täglich mit frischen Updates und Malware-Samples. Getestet wird in den Kategorien Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Die Schutzprogramme müssen mehr als 10.000 Schädlinge erkennen und abwehren, die nicht älter als vier Wochen sind. Zudem werden sie im so genannten Real-World-Test mit 185 tagesaktuellen Schädlingen konfrontiert (0-Day-Malware). Die Tester prüfen, wie sehr die Antivirusprogramme gängige Alltagsabläufe ausbremsen, etwa den Aufruf von Web-Seiten, Downloads, das Kopieren von Dateien oder Installation und Benutzung legitimer Software. Die Benutzbarkeit ergibt sich aus Fehlalarmen, die bei solchen Vorgängen auftreten.

In jeder Kategorie gibt es maximal sechs Punkte, in der Summe also höchstens 18. Diejenigen Produkte, die insgesamt mindestens zehn Punkte und in jeder Kategorie wenigstens einen Punkt erreichen, erhalten ein Zertifikat. Zusätzlich vergibt AV-Test das Prädikat „Top Product“ für Lösungen, die in allen Testkriterien hervorragend abschneiden und insgesamt mindestens 17,5 Punkte erzielen.

Die Test-Ergebnisse
Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle Kandidaten erfüllt. Die Spitze bilden Bitdefender, die beiden Kaspersky-Produkte sowie Trend Micro, die in allen drei Disziplinen die volle Punktzahl erzielt haben. Mit einem halben Punkt Abstand folgt McAfee, das bei der Software-Installation und bei Programmstarts etwas mehr bremst als die Top 4. Diese fünf Prüflinge erhalten das Prädikat „Top Product“. Avast, die beiden Symantec-Produkte und F-Secure haben immerhin bei der Schutzwirkung die volle Punktzahl erreicht. Sie haben jedoch bei Geschwindigkeit und Fehlalarmen teils einen halben, teils auch einen ganzen Punkt liegen lassen.

Grafik der Testergebnisse
Vergrößern Grafik der Testergebnisse
© AV-Test

Microsofts Firmenlösung System Center Endpoint Protection und SentinelOne Sentinel Agent kommen ebenfalls auf volle Punkte für die Malware-Erkennung. Das Ergebnis könnte insgesamt besser ausfallen, doch die recht gute Schutzleistung erkaufen sich beide Hersteller mit einer ziemlich hohen Zahl an Fehlalarmen. Für Palo Alto Networks reicht es trotz Bestnote bei der Geschwindigkeit wieder nur zur Roten Laterne – die Schutzwirkung ist deutlich schlechter als bei allen anderen.

Die stärksten Systembremsen im Testfeld sind F-Secure, Microsoft, Sophos und Symantec. Das macht sich jedoch nur bei der Software-Installation bemerkbar. Die Beeinträchtigung beim Arbeiten hält sich in Grenzen. Es fällt auf, dass fast alle Produkte auf einem schnellen PC stärker bremsen als auf einem langsameren Rechner. Beim Kopieren von Dateien und bei Downloads bleiben fast alle Produkte unauffällig. Nur G Data bremst Kopiervorgänge auf einem schnellen PC merklich, bei einem einfachen Bürorechner hingegen kaum.

Drei Testkandidaten sind ganz ohne Fehlalarme durch alle Prüfungen gekommen: Sophos und die beiden Kaspersky-Produkte. SentinelOne hat hingegen einen neuen Rekord aufgestellt: 93 Fehlalarme. Da nehmen sich Microsofts 29 falsche Befunde fast bescheiden aus. Der bisherige Rekordhalter Palo Alto Networks hat die Fehlalarme inzwischen besser im Griff und kommt auf 12 falsch positive Befunde. F-Secure hat sich ebenfalls verbessert und kratzt mit sieben Fehlern an der Grenze des Vertretbaren; der Rest bleibt unauffällig. Die meisten falschen Befunde sind beim einem System-Scan aufgetreten. Während des Besuchs legitimer Websites hat keines der Schutzprogramme unangebrachte Warnmeldungen von sich gegeben.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während AV-Test alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). Dies führt zu wenigen kleineren Änderungen der Reihenfolge im unteren Teil der Tabelle.

Punkte

gesamt mit Gewichtung

Hersteller/Produkt

Schutz

Geschwindigkeit

Benutzbarkeit

1:1:1

60:20:20

Bitdefender Endpoint Security 6.2

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Kaspersky Endpoint Security 10.3

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Kaspersky Small Office Security 5  

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Trend Micro Office Scan 12.0

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

McAfee Endpoint Security 10.5

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Avast Antivirus Business 17.7 & 17.8

6,0

5,5

5,5

17,0

17,4

Symantec Endpoint Protection 14.0

6,0

5,0

5,5

16,5

17,1

Symantec Endpoint Protection Cloud 22.11

6,0

5,0

5,5

16,5

17,1

F-Secure Client Security 13.00

6,0

5,0

5,0

16,0

16,8

Seqrite Endpoint Security 17.00

5,5

5,5

6,0

17,0

16,8

Sophos Endpoint Security and Control 10.7

5,5

5,0

6,0

16,5

16,5

Microsoft System Center Endpoint Protection 4.10

6,0

5,0

4,0

15,0

16,2

SentinelOne Sentinel Agent 2.0

6,0

5,0

3,5

14,5

15,9

G Data AntiVirus Business 14.1

5,0

5,0

5,5

15,5

15,3

Palo Alto Networks Traps 4.0 & 4.1

4,0

6,0

5,0

15,0

13,8

0 Kommentare zu diesem Artikel
2185186