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Test: AR-Drohne "fliegt" dem Audi als Navigationshilfe voraus

09.03.2021 | 13:07 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Coole Neuerung bei Audi: Eine AR-Drohne fliegt dem Audi im Head-Up-Display sozusagen voraus. Der Fahrer sieht so genauer und in Echtzeit, wohin er fahren muss.

Audi wird für das bald erhältliche Elektro-SUV Audi Q5 E-Tron eine coole Navigationshilfe anbieten: Im Augmented-Reality-Head-up-Display (HUD) fliegt dem Audi eine virtuelle Drohne voraus.

Audi bezeichnet diese Neuerung als "AR-Drohne", das Head-Up-Display heißt dementsprechend „Augmented Reality Head-up-Display“. Audi bietet es gegen Aufpreis für den Q4 E-Tron an. Die Drohne wird im HUD als ein schwebender blau umrandeter Pfeil dargestellt.

Das Augmented Reality Head-up-Display spiegelt in zwei voneinander getrennten Ebenen – dem Status- und dem Augmented Reality (AR)-Bereich – wichtige Informationen über die Windschutzscheibe.

Augmented Reality (AR)-Bereich : Die Hinweise einiger Assistenzsysteme, die Abbiegepfeile der Navigation sowie ihre Start- und Zielpunkte werden als Inhalte des AR-Bereichs an der jeweils passende Stelle optisch über die reale Außenwelt gelegt und dynamisch dargestellt. Sie erscheinen mit 60 Frames pro Sekunde virtuell schwebend in einem physikalischen Abstand von etwa zehn Metern zum Fahrer, wie Audi es beschreibt. Situativ scheinen die Hinweise teilweise noch deutlich weiter vor dem Fahrer zu liegen. Audi spricht deshalb von einer Drohne, die dem Fahrzeug sozusagen voraus fliegt. Das Sichtfenster (Field of View) für die AR-Inhalte entspricht aus der Fahrerperspektive laut Audi einer Diagonale von etwa 70 Zoll.

Hier sieht man nicht nur wieder die AR-Drohne, sondern auch die Zielflagge.
Vergrößern Hier sieht man nicht nur wieder die AR-Drohne, sondern auch die Zielflagge.
© Audi

Die genaue Position der Drohne wird fortlaufend angepasst an die aktuelle Position des Fahrzeugs und an die Straßenverhältnissen dargestellt (Bremsung, Schlagloch etc.). Hierzu benutzt der „AR-Creator“, also die für die Darstellung der AR-Drohne zuständige Recheneinheit im Modularen Infotainmentbaukasten (MIB 3), die Rohdaten der Frontkamera, des Radarsensors und der GPS-Navigation.

Statusbereich: Unter diesem Sichtfenster für die AR-Inhalte liegt ein flaches Nahbereichsfenster, der sogenannte Statusbereich. Er zeigt das gefahrene Tempo, die Verkehrszeichen sowie die Assistenz- und Navigationssymbole als statische Anzeigen, sie scheinen zirka drei Meter vor dem Fahrer zu schweben. Diese Darstellung entspricht also dem, was man schon länger von Head-Up-Displays kennt.

Test: So funktioniert die AR-Drohne in der Praxis

Vor einer Kreuzung beispielsweise kündigt zunächst der schwebende Pfeil das Abbiegemanöver an, bevor ein animierter Pfeil zielgenau in die Straße weist. Geht es danach geradeaus weiter, fliegt die Drohne voraus und verschwindet, um rechtzeitig vor dem nächsten Aktionspunkt wieder zu erscheinen. Im unteren Fenster des Nahbereichs ist die Distanz zur Abbiegestelle in Metern zu sehen.

Auf unserer Testfahrt mit einem Audi Q4 E-Tron funktionierte diese „Drohne“ sehr zuverlässig. Sie erschien immer erst dann im HUD, wenn es tatsächlich eine Abbiege-Richtung anzuzeigen gibt. Also kurz vor Kreuzungen, Autobahnauffahrten oder im Kreisverkehr. Die Größe des Drohnen-Abbiegepfeils ändert sich dabei, um zu signalisieren, dass das Abbiegen nun unmittelbar bevorsteht. Sobald man abgebogen ist, verschwindet die „Drohne“ sofort. Um beim nächsten Abbiegevorgang wieder aufzutauchen.

Die Drohne wird reaktionsschnell dargestellt, man folgt ihr sozusagen in Echtzeit. Bei direkter Sonneneinstrahlung konnten wir die Drohne aber oft nur schlecht erkennen. Obwohl das HUD auf die höchste Helligkeitsstufe eingestellt war.

Das Cockpit des Audi Q4 E-tron.
Vergrößern Das Cockpit des Audi Q4 E-tron.
© Audi

Das Topmodell bekommt die AR-Drohne nicht!

Das „Augmented Reality Head-up-Display“ wird es übrigens nicht für den Audi E-Tron GT quattro (RS) geben. Da in dieser schnittigen Sportlimousine im Armaturenbrett nicht der Platz für eine derart große HUD-Technik vorhanden ist. Stattdessen verbaut Audi im E-Tron GT/RS nur das konventionelle HUD, also ohne AR-Drohne.

Der Audi Q4 E-Tron.
Vergrößern Der Audi Q4 E-Tron.

Von der AR-Drohne im HUD abgesehen verfügt der Audi Q4 E-Tron über

  • ein neu konzipiertes Lenkrad mit Touch-Bedienung

  • ein digitales Kombiinstrument (10,25 Zoll Bildschirmdiagonale) oder optional das Audi virtual cockpit oder das Audi virtual cockpit plus

  • ein MMI-Touchdisplay mit einer Größe von 10,1 Zoll Diagonale (1.540 x 720 Pixel) bis 11,6 Zoll (1.764 x 824 Pixel; optional gegen Jahresende erhältlich).

  • eine Sprachsteuerung.

Ander als die hochpreisigen Audi E-Tron , Audi E-Tron GT quattro beziehungsweise Audi RS E-Tron GT ist der bald erhältliche Q4 E-Tron ein alltagstaugliches fünfsitziges Familienauto (4,59 Meter Länge, 1,86 Meter Breite, 1,61 Meter Höhe; basierend auf dem Modularen E-Antriebsbaukastens MEB der VW-Gruppe) zu erschwinglichen Preisen (die aber noch nicht kommuniziert werden dürfen).

Hinten ist richtig viel Platz.
Vergrößern Hinten ist richtig viel Platz.
© Audi

Als besondere Stärke des Q4 E-Tron betont Audi das große Raumangebot und die vielen Anlagemöglichkeiten (inklusive Handschuhfach addieren sie sich laut Hersteller auf 24,8 Liter Volumen). Beides können wir nach unserer Testfahrt bestätigen, besonders auf den Rücksitzen ist das Platzangebot überwältigend. Der Kofferraum des Audi Q4 e-tron bietet 520 Liter beziehungsweise umgeklappt 1.490 Liter.

Der Audi Q4 E-Tron.
Vergrößern Der Audi Q4 E-Tron.

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