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Tesla: Regentropfen mit Laserstrahl von der Scheibe brennen - statt Scheibenwischer

09.09.2021 | 12:05 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Tesla hat ein spektakuläres Patent erteilt bekommen: Regentropfen und Schmutz mit Laserstrahlen von der Windschutzscheibe brennen. Gerät damit der Scheibenwischer auf das Abstellgleis?

Tesla hatte im November 2019 in den USA ein ziemlich irrwitzig klingendes Patent unter dem Titel "Pulsed laser cleaning of debris accumulated on glass articles in vehicles and photovoltaic assemblies" eingereicht: Glasflächen von Autos und Photovoltaikanlagen sollen also mit einem Pulslaser von Schmutz befreit werden. Jetzt hat das US-Patentamt Tesla dieses Patent erteilt.

Damit hat sich Tesla eine Technik schützen lassen, mit der es zum Beispiel den altbewährten Scheibenwischer an seinen Autos in Rente schicken könnte. Falls denn künftig tatsächlich jeder Regentropfen, Schmutz, Laub und im Winter Eis und Schnee mit genau dosierten Pulslaserstrahlen weggebrannt werden können. Eine Skizze aus dem Patentantrag zeigt das Prinzip:

Diese Skizze stammt aus dem Patentantrag.
Vergrößern Diese Skizze stammt aus dem Patentantrag.
© patft.uspto.gov/

Da Tesla seinerzeit den Cybertruck, seinen ersten Pickup, ohne erkennbare Scheibenwischer vorgestellt hat, wurde darüber spekuliert, dass Tesla diese Lasertechnik zur Reinigung der Windschutzscheibe beim Cybertruck einbauen könnte.  

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Tesla nicht nur über Fahrzeuge spricht, bei denen Laserstrahlen die Glasflächen (neben der Windschutzscheibe könnte man hier auch an die Scheinwerfer und Rücklichter denken) von Schmutz säubern sollen. Sondern Tesla nennt ausdrücklich auch Photovoltaikanlagen als Einsatzbereich. In diesem Fall ginge es dann also darum Schmutz mit Laserstrahlen zu entfernen, der die Stromgewinnung behindert. Auch Dachziegel ließen sich so reinigen.

Noch wichtiger: Unternehmen setzen keineswegs alle Patente, die sich schützen lassen, auch tatsächlich in marktreife Produkte um. Gerade im Fall der Laserreinigung bleibt abzuwarten, ob Tesla dieses spektakuläre Prinzip tatsächlich so umsetzen kann, dass es im harten Autofahreralltag funktioniert - auch bei Sturm oder im Winter - und dabei niemanden gefährdet - also zum Beispiel nicht die Augen der hinter der Windschutzscheibe sitzenden Menschen verletzt - und nichts beschädigt.

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