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Telekom testet neue Lösung für Mobilfunk-Versorgung auf flachem Land

25.07.2019 | 11:58 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Deutsche Telekom hat mitten auf einem Feld ohne Stromleitungen einen Mobilfunkmasten aufgestellt. Den nötigen Strom liefert eine Brennstoffzelle.

Die Deutsche Telekom hat im unterfränkischen Dettelbach in Bayern ein laut eigenen Angaben „weltweit wohl einmaliges Projekt gestartet“. Denn dort steht nun eine Mobilfunk-Antenne, die dauerhaft mit einer Brennstoffzelle betrieben wird, die wiederum mit Bio-Methanol gespeist wird. Der Vorteil der Brennstoffzelle im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor sei laut Telekom der höhere Wirkungsgrad der Brennstoffzelle. Die Brennstoffzelle sei zudem dank des Einsatzes von Bio-Methanol C02-neutral. Obendrein sei die Brennstoffzelle auch noch wartungsarm und verursache weder Lärm noch Vibrationen.

Das Projekt wird von der Power and Air Condition Solution Management GmbH (PASM) durchgeführt. Die PASM ist eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Telekom. Die PASM stellt den Dauerbetrieb von Telekom-Anlagen sicher. Außerdem ist die PASM der Energieversorger innerhalb des Konzerns in Deutschland. Die Brennstoffzelle wird von der Firma HYREF hergestellt. Diese Firma ist auf die Produktion von Brennstoffzellen-Systemen spezialisiert.

„Wir haben Brennstoffzellen bereits in der Vergangenheit für den Backup-Betrieb erprobt“, sagt Peter Fleischmann, Leiter Technologie Management PASM. „Wir wollen jetzt umweltfreundlich den Dauerbetrieb von Mobilfunk-Stationen ermöglichen. Immer dort, wo es keine oder noch keine Stromversorgung gibt.“ Strom könne mit der Brennstoffzellenlösung unabhängig vom Standort jederzeit bereitgestellt werden.

„Ist der Testbetrieb erfolgreich, könnte Dettelbach ein Stück Mobilfunk-Geschichte schreiben“, sagt Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie Telekom Deutschland. „Bei Standorten im ländlichen Raum ist die Anbindung mit Strom immer wieder ein Problem und Kostentreiber. Mobilfunk-Standorte, die mit Brennstoffzellen betrieben werden, könnten in Zukunft einen Beitrag leisten, in entlegenen Gebieten Funklöcher noch besser und schneller zu schließen.“

Funktionsweise.
Vergrößern Funktionsweise.
© Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom beschreibt die Funktionsweise ihrer Brennstoffzelle folgendermaßen: „In der Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit dem Sauerstoff der Umgebungsluft. Dabei entstehen Wasser, Strom und Wärme. Zuerst wird in einem Reformer Wasserstoff (H2) aus (Bio-)Methanol gewonnen (CH3OH). Das Methanol wird mit vollentsalztem Wasser vermischt und in Wärme-Tauschern verdampft. Die Mischung aus Methanol und Wasserdampf durchströmt nun den mit einem Katalysator gefüllten Reaktor. Dabei wird die Mischung in ein Synthesegas umgewandelt. Das Synthesegas besteht unter anderem aus H2, CO2 und Wasserdampf.

Aus diesem Synthesegas wird durch Reinigung der Wasserstoff für die Brennstoffzelle gewonnen. Der Wasserdampf wird auskondensiert und dem Reformer als Wasser wieder zugeführt. Die Protonen und Elektronen entstehen an der Anode der Brennstoffzelle durch Oxidation von Wasserstoff. Hierbei entsteht an der Anode ein Gleichgewicht zwischen adsorbierten Wasserstoff-Molekülen und hydratisierten Wasserstoff-Ionen. Die Protonen (H+) wandern durch eine Polymer-Membran zur Kathode. An der Kathode findet die Reduktion von Sauerstoff zu Wasser statt. Die für die Reduktion nötigen Elektronen fließen durch einen äußeren Stromkreis zur Kathode.

Die hierbei stattfindende Aufladung der Elektroden bezeichnet man als Elektroden-Potential. Die bei der Reaktion zwischen den beiden Elektroden erzeugte Potential-Differenz ist die treibende Kraft der Brennstoffzellen-Reaktion. Sie lässt sich im äußeren Stromkreis in elektrische Arbeit umwandeln. Diese elektrochemische Reaktion wird auch als „kalte Verbrennung“ bezeichnet.“ Zitat Ende.

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