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Telekom kritisiert 1&1: "National Roaming ist eine Mogelpackung"

24.09.2020 | 09:15 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die Telekom kritisiert das Verhalten von 1&1 Drillisch und bezeichnet "National Roaming" als Mogelpackung.

Die Telekom kritisiert in einem Blog-Beitrag am Dienstag offen das Verhalten des Mobilfunkkonkurrenten 1&1 Drillisch, nachdem dieser die Bundesnetzagentur zu Hilfe gerufen hatte, weil er "angeblich" (so die Telekom) bei den "National Roaming Verhandlungen" nicht weiter komme. Mit "National Roaming", so der Vorwurf der Telekom, versuche 1&1 Drillisch sich "einen Zugang zu fremden Netzen zu erzwingen". Dies sei ein schlechtes Zeichen für den Mobilfunkausbau in Deutschland. Sich nur die Netze von anderen zu mieten und nicht "selbst zur Schippe" zu greifen, bringe kein Breitband in die Fläche.

Das "National Roaming" oder "nationales Roaming" ist der Telekom zufolge ohnehin nur eine "Mogelpackung". Gemeint ist damit, dass ein Netzbetreiber das nationale Mobilfunknetz eines anderen Anbieters mitnutzen möchte, wenn es selbst an einem Ort kein Netz zur Verfügung stelle. Solche Vereinbarungen habe es im deutschen Markt bereits in der Vergangenheit auf freiwilliger Basis gegeben, betont die Telekom. Jetzt versuche allerdings ein "Neueinsteiger der letzten Frequenzauktion" die "etablierten Netzbetreiber" zu "National Roaming" zu verpflichten und rufe zu einer staatlichen Regulierung durch die Bundesnetzagentur auf; weil der Konkurrent die bisher geltenden Bedingungen für National Roaming als "unzureichend" empfinde.

Dieses Verhalten kritisiert die Telekom scharf: "(...) wenn National Roaming ein Ersatz für den eigenen Netzausbau wird, dann wird Deutschland ein Bärendienst erwiesen. Benötigt werden schließlich nicht vollere Netze, sondern mehr Kapazität und bessere Qualität. Da hilft nur Investition in Infrastruktur."

Durch National Roaming, so betont es die Telekom, werde kein neuer Funkmast gebaut und damit auch "kein einziges Funkloch in Deutschland geschlossen." Würde es eine Regulierung für die Mitnutzung des eigenen Mobilfunknetzes durch andere Anbieter geben, dann würden die Anbieter geschwächt werden, die in den Ausbau der Netzinfrastruktur investieren. Das Stopfen von Mobilfunklöchern etwa auf dem Land, würde dadurch dauerhaft unattraktiv werden. "So baut kein Unternehmen teure neue Standorte in dünn besiedelten Gegenden, wenn ein Konkurrent diese selbstverständlich zu regulierten Konditionen mitnutzen kann", so der Standpunkt der Telekom.

Die Telekom ruft dagegen alle Mobilfunkanbieter dazu auf, gemeinsam für einen verbesserten Ausbau des Mobilfunknetzes zu sorgen. Dafür seien auch freiwillige Kooperationen mit Konkurrenten sinnvoll. So plane die Telekom etwa die Schließung weißer und grauer Flecken im Netz in Zusammenarbeit mit Vodafone und Telefónica. Auch andere könnte sich hier beteiligen. Schließlich müsse für alle gelten, dass sich jede teurer Investition in ein eigenes Netz auch lohne, denn schließlich koste allein der Bau eines Mobilfunkmastes bereits um die 200.000 Euro.

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