2424344

Telekom baut letzte gelbe Telefonzelle in Deutschland ab

23.04.2019 | 11:40 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die Telekom hat die letzte, gelbe Telefonzelle abgebaut, die in Deutschland stand. Hier die Bilder von der Aktion.

Die Deutsche Telekom hat die letzte noch in Deutschland stehende gelbe Telefonzelle abgebaut. Das teilt das Unternehmen am Montag mit. Für alle jüngeren Leser kurz erklärt, was eine Telefonzelle ist beziehungsweise war:

Wer früher unterwegs telefonieren wollte, der musste nicht lange suchen, um eine gelbe Telefonzelle zu finden. Sie waren in allen Städten in einer großen Zahl verfügbar. Je nach Glück waren sie dabei mehr oder weniger sauber und boten ein Telefonbuch, in dem auch mal nicht die Seite abgerissen war, die man gerade zum Nachschlagen einer Telefonnummer benötigte. In den 1990er Jahren nutzte man dann schließlich die überall erhältlichen Telefonkarten und musste nicht mehr zum Telefonieren nach Kleingeld suchen. Dann kamen aber die Mobiltelefone und sorgten für das Telefonzellen-Sterben.

Umso erstaunlicher ist, dass es im Jahr 2019 überhaupt noch eine Telefonzelle gab. Laut Angaben der Deutschen Telekom stand dieses letzte gelbe Telefonhäuschen im Wallfahrtsort St. Bartholomä im Süden Bayerns, am südwestlichen Ufer des Königssees. Die Telefonzelle stand in einem Bootshaus.

Wie die Deutsche Telekom mitteilt, wurden im Jahr 2018 über 300 Telefonzellen in Deutschland demontiert. Das letzte gelbe Telefonhäuschen sei das in St. Bartholomä gewesen, welches nun kürzlich abgebaut wurde. Drei Mitarbeiter der Deutschen Telekom waren dafür notwendig.

Auch eine einfache Begründung für den Abbau der Telefonzellen hat die Deutsche Telekom: Sie sind einfach unrentabel und wurden kaum noch genutzt. Unrentabel waren auch die ersten Fernsprecher der Deutschen Bundespost. Die Betriebskosten lagen immer über den Einnahmen. Auch das letzte gelbe Telefonhäuschen musste nun abgebaut werden, weil der Umsatz pro Monat auf unter 50 Euro gesunken war. Die Kosten dagegen liegen wesentlich höher.

Die Geschichte der Telefonzellen im Schnelldurchlauf

Zu den Hochzeiten der Telefonzellen gab es in ganz Deutschland um die 100.000 öffentliche Telefone. Die erste Telefonzelle wurde am 12. Januar 1881 in Berlin in Betrieb genommen, und zwar in einem "Fernsprechkiosk". Für das Telefonieren musste man vorher ein Billet kaufen. Im Jahr 1899 wurde dann die erste Telefonzelle aufgebaut, bei der man mit Münzen bezahlen konnte. Diese Telefonzellen standen aber noch in öffentlichen Gebäuden. Ab dem Jahr 1920 wurden die Telefonzellen auch im öffentlichen Bereich aufgestellt und ab dem Jahr 1946 waren alle Telefonhäuschen gelb. Die ersten gelben Kunststoffhäuschen wurden 1978 aufgestellt. Mitte der 1990er Jahre gab es auch noch Telefonzellen in den Telekomfarben "weiß, grau, magenta".

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

PC-WELT Marktplatz

2424344