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Telekom, Vodafone & Telefónica: Bis zu 6000 neue Mobilfunk-Standorte

11.11.2019 | 14:16 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone wollen gemeinsam bis zu 6000 neue Mobilfunkstandorte errichten und nutzen. Die drei Provider verteilten auch gleich Schuldzuweisungen zur Begründung eines möglicherweise doch langsameren Ausbaus.

Bei der Versteigerung der 5G-Lizenzen verpflichtete die Bundesnetzagentur die vier teilnehmenden Unternehmen Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica Deutschland und 1&1/Drillisch dazu, bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland, alle Bundesautobahnen, die wichtigsten Bundesstraßen und Schienenwege mit mindestens 100 MBit/s zu versorgen. Zusätzlich soll jeder Betreiber 1000 5G-Basisstationen und 500 Basisstationen in „weißen Flecken“ errichten. In einer zweiten Ausbaustufe müssen bis Ende 2024 alle übrigen Bundesstraßen mit mindestens 100 MBit/s sowie alle Landes- und Staatsstraßen und alle übrigen Schienenwege mit mindestens 50 MBit/s versorgt werden.

Telekom, Vodafone und Telefónica planen, für die Umsetzung dieser Vorgaben und für das Schließen „weißer Flecken“ bis zu 6000 neue Mobilfunk-Standorte koordiniert/gemeinsam aufzubauen und zu nutzen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde jetzt unterzeichnet. Die drei etablierten Provider laden zudem den Newcomer 1&1/Drillisch dazu ein, sich an dem kooperativen Netzausbau zu beteiligen. Voraussetzung dafür sei die Bereitschaft, in gleichem Umfang am Ausbau mitzuwirken.

Indem die drei Unternehmen Funkmasten und -türme gemeinsam errichten, betreiben und nutzen, sollen Zeit und Kosten gegenüber einem parallelen individuellen Ausbau gespart werden. Die Absichtserklärung sieht vor, dass die beteiligten Unternehmen eine gleiche Anzahl neuer Standorte errichten, die dann von den Kooperationspartnern nach Bedarf zu gleichen Bedingungen genutzt und mit eigenen Antennen und Netztechnologie ausgerüstet werden können.

Bereits während und nach Abschluss der 5G-Versteigerung waren von den Providern Klagen über die hohen Kosten zu hören. Der Telefónica-Chef ließ sich zu der Aussage hinreißen, dass die 5G-Versteigerung nicht gut für Deutschland sei. Der Vodafone-Chef bezeichnete das Ergebnis sogar als katastrophal. Dieses Gejammer setzten die drei Provider nun fort: „Die drei Unternehmen halten die Auflagen nach wie vor für unverhältnismäßig und rechtswidrig, weshalb sie ihre laufenden Klagen aufrechterhalten“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Vodafone und Telefónica Deutschland. Bei der Gelegenheit schlagen die Mobilfunkprovider auch noch auf Bürgerinitiativen und Verwaltung ein: „Zudem zeigt die Realität, dass durch vermehrte Bürgerinitiativen und administrative Hürden der Ausbau der Netze, wo er teils am meisten benötigt wird, oft nur schleppend vorangeht“, heißt es im weiteren Verlauf der Presseerklärung.

Telekom, Vodafone und Telefónica haben laut eigenen Angaben das Bundeskartellamt über ihre Kooperationspläne informiert. Spätestens im Frühjahr 2020 sollen die weiteren Details der Kooperation vertraglich festgelegt werden. Die gemeinsame Netzausbau-Planung soll dann zeitnah starten.

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