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Telekom: Besser telefonieren während Grenzübertritt

02.08.2019 | 10:58 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Telekom-Kunden können ohne Unterbrechung beim Grenzübertritt nach Polen, Tschechien, den Niederlanden oder Österreich weitertelefonieren.

Wer mit dem Mobilfunknetz der Deutschen Telekom telefoniert und während eines Telefonats über die Grenze nach Polen, Tschechien, den Niederlanden oder Österreich fährt, soll ab sofort keine Verbindungsabbrüche mehr haben. Denn die Telekom hat mitgeteilt, dass es unterbrechungsfreie Telefonate innerhalb der Netze der Telekom-Landesgesellschaften nun an den Grenzen zu Polen, den Niederlanden, Tschechien und Österreich gibt.

Technisch gesehen ist dafür das so genannte „Handover“ (Übergabe) entscheidend, wie die Telekom erläutert. Verlässt ein Handynutzer die Reichweite eines Mobilfunkmastes, übernimmt ein nähergelegener Mast die Funkversorgung. An Landesgrenzen funktioniert diese Übergabe laut Deutscher Telekom bislang aber nicht. Denn hier findet auch der Übertritt in ein komplett anderes Handynetz statt. Im Zweifel das eines anderen Anbieters. Das Gespräch bricht also ab. Der Nutzer muss das Telefonat im Netz des Einreiselandes neu aufbauen.

Außer von nun an eben in Polen, den Niederlanden, Tschechien und Österreich, wo nun ein „Handover“ auch von Landesnetz zu Landesnetz möglich sein soll. Zusätzliche Kosten entstehen dem Kunden dadurch nicht, denn zusätzliche Handy-Gebühren fallen im EU-Ausland ohnehin nicht an.

Realisiert wird der unterbrechungsfreie Grenzübergang mit den Standards 2G und 3G. Der Standard LTE unterstützt Telefonate (Voice over LTE) über Grenzen hinweg nicht. Hier fehle laut Telekom die Standardisierung. Die Telekom arbeite jedoch auch für diesen Standard an einer Lösung. Bis dahin werden Telefonate im Grenzbereich über die 2G und 3G-Technologie abgewickelt. Wobei die Telekom mittelfristig die Abschaltung der 3G-Technik plant: 3G-Abschaltung - 53 Prozent der Mobilfunk-Nutzer surfen bald im Schneckentempo.

Derzeit befindet sich die Telekom in Gesprächen mit Anbietern außerhalb der eigenen Gruppe. So sollen bald unterbrechungsfreie Gespräche auch an den Grenzen zu Frankreich, der Schweiz, Dänemark und Belgien möglich sein.

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