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Telegram droht App-Store-Aus in Deutschland

20.01.2022 | 14:05 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Für Telegram wird es in Deutschland immer enger. Die Bundesinnenministerin fordert die Entfernung der App aus den App-Stores.

Die Verbreitung der Telegram-App in Deutschland könnte bald einen herben Rückschlag erleben. Die Bundesinnenministerin Nancy Faeser will nämlich Google und Apple dazu auffordern, die Telegram-App aus dem Google-Play-App-Store und aus dem Apple-App-Store zu entfernen. Das berichtet am Donnerstag der Spiegel. Dazu will Faeser die beiden US-Unternehmen an ihre "gesellschaftliche Verantwortung" erinnern.

Dem Bericht zufolge will sich Deutschland zu der Telegram-Problematik auch enger mit anderen europäischen Ländern abstimmen. Das Problem ist, dass Telegram, welches offiziell seinen Sitz in Dubai hat, im Gegensatz zu den anderen sozialen Netzwerken nicht auf Aufforderungen zur Löschung von Gewaltaufrufen und Hetze in seinem Netzwerk reagiere. Das zeige das Verhalten von Telegram bei der Löschung von pornografischen und islamistisch-terroristischen Inhalten.

Bereits im Dezember 2021 hatte Faeser in einem Interview mit dem Spiegel erklärt: "Was in den Telegram-Gruppen und -Kanälen passiert, widerspricht in jeder Hinsicht den Compliance-Regeln von Apple und Google, die diese App in ihren Stores anbieten. Wir müssen dringend mit ihnen sprechen und sie davon überzeugen, Telegram nicht mehr zu vertreiben." Der Innenminister von Niedersachsen, Boris Pistorius, hatte Telegram als "Brandbeschleuniger" für Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker und Rechtsextremisten bezeichnet.

App-Store-Bann würde Verbreitung der App erschweren

Abzuwarten bleibt, wie Apple und Google auf die Aufforderung der Bundesregierung zur Löschung von Telegram reagieren würden. Insbesondere dann, wenn auch andere Länder der EU Druck ausüben würden.

Selbst wenn die Telegram-App aus den App-Stores entfernt würde, wäre sie weiterhin zumindest auf Android-Geräten neu installierbar. Erschwert würde aber die Möglichkeit, die App zu aktualisieren und damit auf dem aktuellen Stand zu halten. Letztlich würden die Nutzer von Mobil-Geräten nicht mehr so einfach und bequem an die Telegram-App gelangen können und die weitere Verbreitung dürfte gebremst werden.

Die Zielgruppe, die Telegram für die Verbreitung von Hetze und Gewaltaufrufen nutzt, müsste sich dann einen anderen Weg zur Kommunikation suchen.

Zusätzlich bietet Telegram aber auch eine Desktop-Anwendung an.

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