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Technik an sich nicht verwerflich

"Die Technik an sich ist überhaupt nicht verwerflich", betont Sascha Borowski von Dialerschutz.de. Handypayment sei vielmehr ein Zahlungsmittel der Zukunft - allerdings nur für kleinere Beträge. "Das klassische Beispiel ist der Parkautomat, in den ich zur Geldabbuchung meine Handynummer eingebe". Doch bei den teuersten Anbietern können Abo-Gebühren von bis zu 300 Euro im Monat auflaufen. Dies merkt der Verbraucher unter Umständen erst, wenn sein Mobilfunkanbieter ihm die monatliche Rechnung schickt.

Wer der Mobilfunkfirma eine Einzugsermächtigung erteilt hat, ist allerdings weniger schlecht gestellt als gemeinhin angenommen, sagt Hans Flume, Jurist bei der Verbraucherzentrale Hamburg. "Sie haben mindestens einen guten Monat Zeit, die Rechnung zu prüfen und bei Bedarf zur Bank zu gehen und zu sagen: Bitte bucht das zurück". Die Bank sei verpflichtet, dem Wunsch nachzukommen. "Dann werden die Uhren auf Null gestellt."

Zwar ist eigentlich der Betreiber der Internetseite für das unseriöse Geschehen verantwortlich. Doch hat sich Flume zufolge in der Vergangenheit im Falle von Rechnungen dubioser Dialer regelmäßig der Mobilfunkanbieter an die Kunden gewandt und das Geld gefordert. Diesen Schritt könnten Verbraucher erst einmal abwarten. Nach Einschätzung des Juristen haben sie sogar gute Chancen, Recht zu bekommen, wenn eine Klage eintrifft: "Wenn sich dem normalen Menschenverstand aufdrängt, dass es sich hier um Abzocke handelt, ist das in der Regel auch rechtlich durchsetzbar."

So sehe das Bürgerliche Gesetzbuch beispielsweise vor, dass Leistung und Gegenleistung in einem vernünftigen Verhältnis stehen müssen. Das sei bei einem Internetdienst, der Hilfe bei der Vornamensuche anbietet und dafür mit der Handyrechnung horrende Kosten einfordert, nicht gegeben. Wer sich auf einen Rechtsstreit einlässt, brauche allerdings Geduld und Leidensfähigkeit. "Unter Umständen kann es auch dazu führen, dass man sich einen neuen Handyanbieter suchen muss".

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