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TV-Inhalte lassen sich problemlos verschlüsseln

15.02.2006 | 16:00 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die GEZ respektive die Macher des Rundfunkstaatsvertrages setzen internetfähige Rechner und Mobiltelefone mit Fernsehgeräten und Radios gleich. Doch gibt es hier einen wesentlichen Unterschied: Nämlich die Zweckbestimmung. Ein TV-Gerät ist unbestreitbar zum Fernsehen da und mit einem Radio hört man Rundfunk. Insofern macht die GEZ-Gebühr hier grundsätzlich Sinn (sofern man die GEZ-Abgabe nicht prinzipiell für unzulässig hält).

Doch der primäre Zweck eines Computers ist nicht der TV-Empfang. Und mit einem UMTS-Handy will man ja nicht hauptsächlich Sabine Christianens Sonntags-Talk verfolgen. Das macht einen wesentlichen Unterschied, der bei der letzten Änderung des Rundfunkstaatsvertrags ignoriert wurde.

Warum soll jemand für einen Rechner bezahlen, der überhaupt nicht zum Abrufen öffentlich-rechtlicher Inhalte benutzt wird? ARD und ZDF haben sich bisher beim Ausbau des Internets nicht sonderlich hervorgetan. Die Zahl der Surfer, die nicht wegen Amazon, Ebay, wegen P2P-Tauschbörsen, Internetforen, Chats, Online-Spielen, Newsreader, Mails, Online-Banking, sondern wegen der Webauftritte der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten online gehen, dürfte überschaubar sein. Und wenn man nach News im Internet sucht, dann oft auf Seiten wie spiegel.de oder auf den spezialisierten Websites wie pcwelt.de.

Wer keinen Fernseher und kein Radio besitzt, hat sich bewusst gegen diese Medien entschieden. Gründe dafür gibt es viele. Schließlich erfüllen ARD und ZDF keineswegs die Qualitätsansprüche aller Zeitgenossen. Nicht jeder Bundesbürger möchte sich vom Musikantenstadl beglücken lassen. Nicht jeder möchte sich Samstag Abend die Thomas Gottschalk-Werbeshow für Robbi Williams neuestes Album antun oder alternde Promis bewundern. Derzeit beweist gerade die ARD wieder sehr überzeugend, wie GEZ-Gelder verschwendet werden: Mit der mehr als peinlichen Olympiashow "Waldi & Harry", bei der vermutlich nur eines authentisch ist - Waldemar Hartmanns Gestänker gegen die hohe Gage von Harald Schmidt.

Wenn es den Öffentlich-Rechtlichen wirklich darum ginge, ihre TV- und Radioinhalte im Internet nur Gebührenzahlern zugänglich zu machen, wäre das technisch problemlos umsetzbar. Indem ARD und ZDF ihre TV- und Radioinhalte einfach wegsperren. Nur wer einen Zugangscode besitzt, darf diesen Content abrufen. Und den Zugangscode erhalten eben nur GEZ-Zahler. Am einfachsten wäre es vermutlich, wenn man nur seine GEZ-Kundennummer eintippen muss, um an einen Beitrag ranzukommen. Einfacher geht es nicht. Doch anstatt dass die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ihren Content auf derart übliche Weise absichern, nehmen sie alle Internetnutzer in Sippenhaft.

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