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THeMIS ADDER: Panzer fährt autonom ohne Besatzung und kämpft ferngesteuert

05.12.2016 | 13:21 Uhr |

THeMIS ADDER heißt ein in Estland entwickelter unbemannter Mini-Panzer mit schwerem Maschinengewehr. Er fährt autonom zum Ziel und kämpft ferngesteuert.

Der THeMIS (Tracked Hybrid Modular Infantry System) könnte das Waffensystem der Zukunft für Landtruppen sein. Dabei handelt es sich um ein kleines Kettenfahrzeug, das teilautonom und ferngesteuert und ohne Besatzung durch die Gegend fährt. Und dabei gegebenenfalls auch schießt – ein ferngesteuerter Panzer also.

Die estnische Firma Milrem entwickelt diesen intelligenten Mini-Panzer. Die estnischen Streitkräfte erproben den Panzer bereits intensiv. Der Haupteinsatzzweck des Milrem-Fahrzeugs besteht zunächst einmal im Transport. Der Mini-Panzer kann also zum Beispiel Nachschub zu den eigenen Truppen bringen und dabei durch ein Gebiet fahren, das unter feindlichem Feuer liegt. Oder auch Feindaufklärung machen. Eine weitere Variante des THeMIS dient als Minensuchgerät.

Mit dem THeMIS können aber auch Soldaten transportiert werden, die dann allerdings weitgehend ungeschützt auf dem Fahrzeug sitzen oder liegen. Mit dem THeMIS können auch Verwundete in Sicherheit gebracht werden.

THeMIS ADDER fährt autonom und kämpft ferngesteuert

Allerdings gibt es auch eine Variante des Milirem-Mini-Panzers mit einem schweren Maschinengewehr vom Typ CIS 50MG. Dieser THeMIS durchsiebt in einem Manövervideo (siehe oben) mit seinen Feuerstößen ein Auto. Diese bewaffnete Variante (weaponized unmanned ground vehicle, UGV) heißt THeMIS ADDER; Milirem entwickelt sie zusammen mit ST Kinetics. Letztere liefert die fernbedienbare Waffe.

Der Mini-Panzer rollt ins simulierte Gefecht.
Vergrößern Der Mini-Panzer rollt ins simulierte Gefecht.
© Milirem

In dem Video wird der feuernde THeMIS im Zusammenspiel mit einer Flugdrohne gezeigt, die die Feindaufklärung übernimmt. Das schwere MG kann auch durch eine andere Bewaffnung ersetzt werden. Die Bedienung des THeMIS ADDER erfolgt aber durch einen Menschen – per Remote-Zugriff. Das Kampfprinzip ähnelt also dem von Kampfdrohnen, wie sie die US-Armee einsetzt.

Auf Patrouille.
Vergrößern Auf Patrouille.
© Milirem

Der THeMIS ADDER  besitzt an Bord ein Video-System zur Feinderkennung sowie Wärmebildkameras für den Nachteinsatz und einen Laserentfernungsmesser. Der THeMIS ADDER ist ein erster Schritt in die Richtung Menschen im Kampf durch Maschinen beziehungsweise Roboter zu ersetzen. Die Datenübertragung zum menschlichen Bediener soll in Echtzeit erfolgen. Bis zu einem gewissen Grad kann das Fahrzeug aber auch autonom fahren, Hindernissen selbstständig ausweichen und sein vorgegebenes Ziel selbstständig erreichen.

Auf Patrouille.
Vergrößern Auf Patrouille.
© Milirem

THeMI: Technische Daten

Die Besonderheit von THeMIS besteht darin, dass er völlig unterschiedliche Einsatzzwecke lösen kann. Dafür besitzt er ein modulares System, das Innenleben des Fahrzeugs kann also individuell gestaltet werden. Der THeMIS kann zwischen 750 Kilogramm und einer Tonne Gewicht transportieren und maximal 35 km/h schnell fahren. Im Gelände und beladen fährt er natürlich langsamer. Als Antrieb dient ein Hybridmotor aus Elektro-Motor und Dieselaggregat. Er soll ohne Aufladen/Auftanken bis zu zehn Stunden laufen können.

Der THeMIS ADDER feuert mit seinem MG.
Vergrößern Der THeMIS ADDER feuert mit seinem MG.
© Milirem

Der THeMIS ist 2,1 Meter lang und 98 Zentimeter hoch. Sein Eigengewicht beträgt 850 Kilogramm. Der Roboter-Panzer soll so weiterentwickelt werden, dass er Soldaten auf einer 72stündigen Patrouille begleiten kann.

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Das Nato-Mitglied Estland hat rund 3800 aktive Soldaten unter Waffen. Dazu kommen noch rund 11.000 Freiwillige. Das ist eine winzige Streitmacht für ein Land, das erst 1991 von der UDSSR unabhängig wurde und seitdem misstrauisch den großen Nachbarn Russland beobachtet.

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