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Switch: Nintendo verklagt Vertriebsplattformen für Hacker-Tools

19.05.2020 | 15:16 Uhr | Denise Bergert

Nintendo will gegen Switch-Hacker vorgehen und reicht Klage gegen zwei weitere Vertriebsplattformen für entsprechenden Hacker-Tools ein.

Nintendos aktuelle Konsole Switch ist ebenso wenig vor Hackern sicher wie die Wii. Der anonymen Hacker-Gruppe Team Xecuter ist es bereits vor einigen Monaten gelungen eine Schwachstelle in der bis Juni 2018 produzierten Version der Nintendo Switch zu finden. Der verbaute SoC Tegra X1 von Nvidia weist einen Fehler im USB-Recovery-Modus auf, den sich Hacker zunutze gemacht haben.

Über die Schwachstelle kann der Schutz des Boot-ROMs umgangen werden, wodurch die Konsole auch eine andere als die eigentlich vorgesehene Firmware booten kann. Über diesen Exploit werden etwa raubkopierte Spiele auf den Nintendo Switch lauffähig. Nach der älteren Version der Switch arbeitet Team Xecuter nun auch an entsprechenden Hacks für die Switch Lite und die neuen Switch-Versionen. Für den Einbau des SX Pro Mod muss die Konsole allerdings geöffnet und der Chip an der Hauptplatine festgelötet werden.

Wie schon bei den Betreibern der sogenannten Slot-1-Karten für den Nintendo DS, geht Nintendo juristisch auch gegen die Switch-Hacker vor. Da das Unternehmen den eigentlichen Hackern aufgrund ihrer Anonymität nichts anhaben kann, hat es Nintendo nun auf die Vertriebsplattformen für die Hacking-Tools abgesehen. Laut Polygon hat der japanische Konzern am Wochenende Klage gegen mehrere Seitenbetreiber in den USA eingereicht. In den Verfahren verlangt Nintendo pro verkauftem Mod-Kit 2.500 US-Dollar Schadenersatz. Ob Nintendo damit wird die Vermarktung und Entwicklung von Hacking-Tools tatsächlich wird eindämmen können, bleibt allerdings fraglich.

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