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Sun setzt auf Größe

20.06.2007 | 14:46 Uhr |

Als nächsten Kandidaten unterzog er Suns Blade 8000 Modular System einer genauen Untersuchung. Zunächst fiel ihm die Größe des Chassis auf, das im Rack 19 Höheneinheiten belegt und damit fast doppelt so hoch ist wie die HP-Lösung. Zehn Blade-Server passen in das Gehäuse, wobei Sun als einziger Hersteller vier Prozessoren je Blade gestattet. Bestückt mit AMDs Dual-Core-Opteron-CPUs bringt das Gerät im 19-Zoll-Rack eine Leistung von 160 Rechenkernen. Der Tester empfielt, so ein Rack mit generös dimensionierten Kühlungen auszustatten und für eine dicke Stromleitung zu sorgen, weil Sun die Stromaufnahme auf neun Kilowatt beziffert.

Auch beim Sun-Blade dauerte es eine ganze Weile, bis das System für den Test bereit war - und dann waren die Ergebnisse nicht berauschend. Venezia glaubt aber, dass sich das System noch hätte optimieren und sich dadurch bessere Ergebnisse hätten erzielen lassen. Die einzelnen "X8400"-Server enthalten zwei SAS- oder SATA-Laufwerke mit 2,5 Zoll Formfaktor und einen Raid-Controller. Der Hauptspeicher lässt sich pro Blade in 1-GB-Schritten auf 64 GB ausbauen, so dass es ein Chassis auf 640 GB RAM verteilt auf 40 CPU-Sockel bringen kann. Bei AMDs Opteron-Prozessoren stehen Taktraten von 2,0 bis 2,6 Gigahertz zur Auswahl, die jeweils einen L2-Cache-Speicher mit 1 MB besitzen. Zusätzlich steht auch der "Rev-F"-Chip von AMD bereit, der über bessere Virtualisierungsfunktionen und breitere RAM-Unterstützung verfügt.

Für I/O-Verkehr

Überzeugt war der Tester von den I/O-Optionen: "Jeder Blade-Server kann mit sechs verschiedenen I/O-Formaten jonglieren. Zusätzlich bestehen zwei unterschiedliche Möglichkeiten, um die physischen I/O-Ports an die Blades anzudocken." Das X8400-Blade besitzt "Network Express Modules" (NEM), die PCI-Express-Verbindungen aus den Blades bündeln. Im Test wurden zwei der NEM-Einheiten benutzt, die für jedes Blade vier Gigabit-Ethernet-Ports bereitstellten. Die Infiniband-Schnittstelle in jedem NEM lieferte zwei Infiniband-Anschlüsse je Blade. Der "Infoworld"-Tester bezeichnet das I/O-Design der Sun- Blades als "ziemlich flexibel, und die Hot-swap-Möglichkeit ist sicherlich auch attraktiv".

Wegen der großen Rechenpower und der Leistungsfähigkeit der Sun-Blades mit den vier Prozessorsockeln, stuft Venezia diese Server eher als modulare Server ein: "Das ist kein System, um einfache Web- oder Directory-Applikationen ablaufen zu lassen - außer es ist virtualisiert." Anders als bei den Konkurrenzprodukten von HP und Dell sei die Sun-Lösung im High-Performance-Computing, bei großen Datenbanken und Virtualisierungsaufgaben zu Hause und weniger für Standard-Server-Aufgaben geeignet.

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