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Sturm der Entrüstung mit Folgen

07.05.2010 | 14:34 Uhr | Frank Ziemann

Kreditkarte mit Gangster
Vergrößern Kreditkarte mit Gangster
© 2014

Doch der Bezahldienst Paysafecard versuchte im Februar 2010 die Möglichkeit abzuschaffen einfach ein Passwort zu setzen oder zu ändern. Er verlangte dafür eine Kopie des Kaufbelegs für die Karte. Hat die Paysafecard bereits mehrfach den Besitzer gewechselt, kommt der aktuelle Eigner kaum noch an eine solche Kopie und sein Guthaben ist praktisch eingefroren.

Ein Sturm der Entrüstung ging daher durch die Szene, gefolgt von Aufrufen zu DDoS-Attacken auf die Website des Bezahldienstes. Diese war für einige Zeit nicht erreichbar, offiziell wegen Wartungsarbeiten. Nach ein paar Tagen war die Neuregelung wieder vom Tisch. Der Untergrund feierte dies als Erfolg seiner Angriffe.

Nachdem die Plattform der "1337 Crew" dicht gemacht worden war, traten bald andere Boards an ihre Stelle, zum Teil nur vorübergehend. Schutzmaßnahmen wie das Erheben von Gebühren für die Aufnahme in ein Board und für Shop-Lizenzen sind etabliert worden, um interne Betrüger sowie Ermittler fern zu halten.

Außerdem wird immer mehr Wert auf Reputation gelegt. Ranking-Listen zeigen den Status der User an. Die Grundidee ist von legalen Auktions- und Handelsplattformen bekannt und auch im Untergrund nicht neu. Etliche Protagonisten der Szene scheinen sich zurück gezogen zu haben - möglicherweise nur vorübergehend, bis sich die Lage beruhigt hat, um nicht erwischt zu werden. In jedem Falle ist offenbar vielen klar geworden, dass sie im kriminellen Untergrund nicht so anonym und sicher sind, wie sie immer geglaubt hatten.

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