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Streiks bei Amazon dauern bis Heiligabend

22.12.2020 | 09:22 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

An sechs deutschen Amazonstandorten streiken die Ver.di-Mitglieder, um die Auslieferungen zu stören.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di setzt ihre beinahe schon epische Auseinandersetzung mit Amazon fort. Bis einschließlich Heiligabend (24.12.2020) will Ver.di seine Mitglieder an sechs Amazonstandorten streiken lassen. Die Streiks begannen bereits am 21. Dezember 2020.

Die Streiks betreffen die Amazonstandorte in Werne, Leipzig, Rheinberg, Bad Hersfeld (2 Standorte) und Koblenz. Ver.di rechnet mit rund 1.700 Streikteilnehmerinnen und -teilnehmern. Die seit Jahren sich wiederholenden Streikmaßnahmen zeigen aber auch, dass Ver.di bei Amazon offensichtlich nicht genügend Gewerkschaftsmitglieder besitzt. Denn bis heute konnte Ver.di die Auslieferung bei Amazon nie ernsthaft gefährden. Weder am Prime Day, noch am Black Friday noch zum Weihnachtsfest.

„Die Schließung des stationären Einzelhandels in der vergangenen Woche hat das Bestellaufkommen bei Versandhändlern wie Amazon noch einmal deutlich gesteigert. Während der Konzern seine Milliardengewinne weiter erhöht, verweigert er den Beschäftigten eine tarifvertragliche Bezahlung. Das sind Mindestbedingungen“, kritisiert Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „Stattdessen werden unsere Kolleginnen und Kollegen einem noch größeren Druck ausgesetzt, weil Amazon trotz der zusätzlichen Arbeitshetze Lieferversprechungen macht. Das geht unweigerlich auf Kosten der Gesundheit der Belegschaft, gerade jetzt unter den Bedingungen der Pandemie.“

Die Auseinandersetzung zwischen Ver.di und Amazon dreht sich immer zum zwei Punkte:

  • Ver.di fordert die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Amazon lehnt dies jedoch ab und legt die schlechteren Vorgaben des Tarifvertrags für die Logistikbranche zugrunde.

  • Außerdem fordert Ver.di den Abschluss eines Tarifvertrags für gute und gesunde Arbeit.

Genauso regelmäßig wie Ver.di seine Streikaktionen an den Amazonstandorten startet, genauso regelmäßig weist Amazon die Kritik der Gewerkschaft als nicht gerechtfertigt zurück.

Prime Day: Ver.di bestreikt Amazon-Versandzentren

Rundfunkbeitrag: Ver.di fordert Erhöhung





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