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Straßenlaternen bekommen Strom per Fußtritt

14.11.2016 | 12:59 Uhr |

In Las Vegas stehen jetzt Straßenlaternen, WLAN-Hotspots, Überwachungskameras und Ladestationen, die vorübergehende Passanten mit ihren Fußtritten mit Strom versorgen. Als Ergänzung zu Solarzellen.

In dem Glücksspieler-Paradies Las Vegas gibt es viel Sonne – die Stadt liegt mitten in der Wüste – und es laufen ständig viele Menschen auf den Bürgersteigen entlang des Las Vegas Boulevard. Das Startup-Unternehmen EnGoPlanet will das ausnutzen und stellt LED-Straßenlaternen und WLAN-Hotspots auf, die ihren Strom direkt vor Ort selbst erzeugen, wie Engadget berichtet. Mit Hilfe von Solarzellen und über Tritt-Platten, die im Boden des Bürgersteigs eingelassen sind und die bei jedem Tritt darauf Energie erzeugen. Der via Sonnenenergie oder kinetischer Kraft erzeugte Strom wird in Akkus gespeichert, die nicht nur die erwähnten Straßenlaternen und WLAN-Hotspots versorgen, sondern auch noch Überwachungskameras und Ladestationen (USB und induktiv) speist. An letzteren können Passanten ihre Smartphones kurz mal aufladen.

Bewegungssensoren erkennen zudem, wenn sich Menschen in der Nähe befinden und schalten dann das Licht ein. Sind keine Menschen in der Nähe, bleibt das Licht aus – das spart Strom.

So sieht die Lösung von EnGoPlanet aus.
Vergrößern So sieht die Lösung von EnGoPlanet aus.
© EnGoPlanet

Die Solarzellen befinden sich oberhalb der Straßenlaternen und erzeugen tagsüber den Strom, der die Laternen nachts leuchten lässt. Die im Boden eingelassenen Fußtritt-Pads ergänzen die Stromproduktion durch die Solarzellen und schließen die Versorgungslücken nachts und tagsüber bei starker Bewölkung. An jedem dieser Fußpads sind drei Mikro-Generatoren angeschlossen, die pro Fußtritt zwischen vier und acht Watt liefern. Die exakte Leistung hängt vom Druck beziehungsweise Gewicht ab, das auf die Sensoren wirkt.

Der erzeugte Strom versorgt nur konkret die direkt benachbarten und angeschlossen Laternen, Kameras, WLAN-Hotspots und Ladestationen. Überschüssiger Strom wird aber nicht in das Stromnetz der Stadt eingespeist.
 
Mitarbeiter der Stadt können die Ladefunktion prüfen und gegebenenfalls die Farbe der LEDs ändern, falls das für einen speziellen Event erforderlich ist. Zudem sind Sensoren verbaut, die die Luftqualität überprüfen und anscheinend auch das Verkehrsverhalten aufzeichnen: Also beispielsweise die Zahl der vorbeigehenden Fußgänger. Solche Zahlen sind nicht nur für Stadtplaner, sondern auch für Werbetreibende spannend.

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