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Stiftung Warentest: App-Spiele wie Fortnite & Minecraft sind "inakzeptabel" für Kinder

25.09.2019 | 12:35 Uhr | René Resch

Die Stiftung Warentest hat 14 App-Spiele für Kinder unter die Lupe genommen und kommt zu einem alarmierenden Ergebnis.

Die Stiftung Warentest hat 14 beliebte Spiele-Apps unter die Lupe genommen und geprüft, ob diese kindgerecht sind. Dabei wurden  Spiele wie Minecraft, Fortnite oder Clash of Clans getestet. Die Stiftung kommt dabei zu einem „alarmierenden Ergebnis“: Keine App erhält eine Empfehlung.

Getestet hat die Stiftung Warentest in Kooperation mit Jugendschutz.net, dem gemein­samen Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für Kinder- und Jugend­schutz im Internet. Die Tests der Spiele wurden dabei aus der Perspektive eines 10-jährigen Kindes angegangen.

Rechtsextreme Nicknamen, Hinweise auf Pornoseiten & Werbung für Spiele ab 18

Mehrere Aspekte sind bei den Tests dabei negativ aufgefallen. So wurden in einigen Spielen Verweise auf Pornoseiten eingeblendet, Mitspieler trugen rechtsextreme Pseudonyme oder es wurde Werbung eingeblendet, die nicht für Kinder bestimmt war: „Die Android-Version von Subway Surfers für Kinder ab 6 Jahren blendete Werbung für ein Spiel ab 18 Jahren ein, in dem unablässig Menschen erschossen werden.“

Auch verlockende In-App-Käufe prangerte die Stiftung an. Diese seien oftmals zu intransparent. Kinder könnten hier schnell in die Kostenfalle tappen. Etliche Spiele fordern sogar direkt zum Kauf auf. Und ohne Zukäufe kommt man in einigen Spielen nur noch mühselig weiter. Eltern sollten diese auf den Handys ihrer Kinder daher besser deaktivieren.

Datenschutz miserabel, unzulässige AGB

Nach der Datenschutz-Grundverordnung müssen Datenschutzerklärungen für Dienste und Spiele, die sich an Kinder richten, so formuliert werden, dass Kinder diese auch verstehen können. „Keine der geprüften Apps hält sich daran.“ In den AGB fand ein Fachjurist einige unzulässige Klauseln. 10 der 14 Apps enthielten dabei deutliche Mängel. Einige davon sind sogar ziemlich dreist, wie im Beispiel Angry Birds 2: Die Macher erklären in den AGB, dass Nutzer überwacht werden: „Du stimmst dieser Überwachung und Aufzeichnung unwiderruflich zu. Entsprechend willigst du ein, dass du keine Privatsphäre ... erwartest, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Chattexte oder Sprachnachrichten.“

Ein Spiel "bedenklich", 13 Spiele "inakzeptabel"

Getestet wurden die iOS- und Android-Spiele, Angry Birds 2, Brawl Stars, Candy Crush, Clash of Clans, Clash Royale, Minecraft, Fortnite, Homescapes, Subway Surfers, Pokémon Go, Temple Run 2, Empires & Puzzles, Helix Jump und Roblox. Dabei erhielt keines der geprüften Handyspiele eine Empfehlung, 13 wurden als „inakzeptabel“ eingestuft. Nur eines der 14 Spiele erhielt das Prädikat „bedenklich“: Pokémon Go.

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