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Sportbund-Gutachten: E-Sport ist kein Sport

27.08.2019 | 11:51 Uhr | René Resch

Ein vom Olypischen Sportbund in Auftrag gegebenes Gutachten lehnt E-Sport als Sport ab. Kritiker verweisen auf Tischfußball oder Dart.

Esport hat in den letzten Jahren auch in Deutschland extrem an Bedeutung gewonnen. Meisterschaften wie die ESL One füllen locker ganze Stadien - und es winken Preisgelder in Millionenhöhe. Insbesondere die Titel CS:GO, League of Legends, Dota 2, Overwatch, Rocket League und Call of Duty sind stark im E-Sport. In diesem Video erfahren Sie, wie Esport-Turniere ablaufen, wie die Profis trainieren und welches die wichtigsten Spiele sind.

► Inhalt:

00:17: Status des Esport in Deutschland am Beispiel der ESL One (CS:GO)
01:17: Gründe für die wachsende Bedeutung von Esports
05:35: Die wahnsinnigen Preisgelder bei Esports-Turnieren
06:49: Die Geschichte des Esports
08:49: E-Sport und die Parallelen zum Fußball und zu anderen traditionellen Sportarten
11:07: Die aktuell wichtigsten Esports-Titel: CS:GO, Overwatch, LoL, Rocket League
12:20: Esports-Entwicklung von Fortnite und Apex: Legends
13:49: Wie geldgetrieben ist der E-Sport?
14:55: Was verdient man als E-Sport-Profi?
16:55: Wie werde ich E-Sport-Profi?
18:33: Verschiedene Esports-Titel für unterschiedliche Zielgruppen
19:55: Wie trainieren E-Sport-Profis?
20:56: Was essen E-Sport-Profis?
22:16: E-Sports und der psychische Druck
22:57: Die Zukunft des E-Sport

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-------- Thumbnail: adamziaja.com / Shutterstock.com

Nach einem vom Deutschen Olympischen Sportbund in Auftrag gegebenen Gutachten ist E-Sport kein Sport. Das Gutachten lehnt das kompetitive Spielen an PC und Konsole als Sportart ab: Der Begriff Sport sei „durch die langjährige Rechtsprechung im traditionellen Sinne der Anforderungen an die Körperlichkeit konkretisiert“, heißt es in dem Dokument.

Wie der Spiegel berichtet, erteilt das Gutachten der Gemeinnützigkeit des E-Sport als Sport eine klare Absage. Das Spielen an der Konsole sei „kein Sport im Sinne des geltenden Rechts“.

So wiederspricht das Gutachten selbst Positionen des DOSB. So unterscheidet der Sportbund zwischen virtuellen Sportarten wie beispielsweise Fußball-Simulationen wie etwa Fifa und restlichen Spielen, die als eGaming bezeichnet werden. Zum restlichen Bereich zählen Spiele wie Dota2, League of Legends, Counter-Strike: Global Offensive und andere Spiele. Diese Unterscheidung sei dabei rechtlich nicht belastbar.

Tischfußball wird anders behandelt als Fifa!

Kritik an dem Gutachten hagelte es umgehend vom eSports-Bund Deutschland (ESBD). ESBD-Präsident Hans Jagnow meinte dazu: „Das ist das Ende von eGaming als realitätsferne Wortschöpfung zur Spaltung der E-Sport-Bewegung“. Zudem kritisierte er zentrale Punkte des Gutachtens: „Viele vom DOSB anerkannte Sportarten wie Sportschießen, Tischfußball oder Darts definieren sich über die Präzision der Bewegung, nicht den Umfang.“ Den E-Sport nun komplett unterschiedlich zu behandeln, sei vor dem Hintergrund des Gleichheitsgrundsatzes nicht wirklich tragbar.

Bereits Ende 2018 stellte sich der hessische Innenminister Peter Beuth von der CDU gegen eine Gleichstellung von E-Sport und klassischem Sport: „E-Sport hat mit Sport nichts zu tun. Wir müssen diesen Begriff ausradieren“.

E-Sport ist schon jetzt ein Millionengeschäft

Bei den Preisgeldern können Spiele wie der MOBA-Titel Dota2 bereits mit mit sportlichen Großveranstaltungen mithalten. Zuletzt wurden bei der Dota2-WM „The International“ rund 34 Millionen US-Dollar an die erfolgreichen Teams ausgeschüttet. Zum Vergleich: Das Tennis-Turnier mit dem größten Gesamtpreisgeld ist die US Open. 2019 wurden hier 57,24 Millionen US-Dollar ausgeschüttet.

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